Tipps für Segler :: Thema Sicherheit

Feststoff- oder aufblasbare Rettungsweste?
Von Peter H. Schindler

Von Catamaran-Seglern werden immer noch Feststoff- und Regattawesten nicht nur bevorzugt, sondern fast ausschließlich eingesetzt. Aufblasbare Rettungsweste sind eher die Ausnahme.

Gibt es heute hierfür noch gute Gründe?

Betrachten wir uns einmal die Vor- und Nachteile der beiden Systeme:
Für die Feststoffweste spricht, dass man mit ihr beliebig oft kentern kann, ohne, daß sie jedesmal neu zusammengelegt und mit einer neuen Ersatzpatrone ausgestattet werden muß. Erstens kostet das Zeit und Geld und zweitens ist es auf dem Catamaran während des Segelns meist nicht und nur an Land möglich.

Bei einer vollautomatisch aufblasbaren Weste empfiehlt es sich, die Auslösetablette herauszunehmen, um zu verhindern, daß sich die Weste bei jedem Kontakt mit dem Wasser aufbläst, da dies nicht immer (fast nie!) erwünscht ist. Es gibt aber auch Westen mit halbautomatischer Auslösung oder mit Automatiksperre.

Eine Feststoffweste schirmt aufgrund ihres grösseren 'Körpers' vor der Brust und auf dem Rücken besser gegen Wind ab und bietet somit im Vergleich zur kleineren aufblasbaren Rettungsweste mehr Schutz (vor Kälte).

Der unbestreitbare Vorteil einer aufblasbaren Weste liegt in ihrer Kleinheit und der damit verbundenen, wesentlich größeren Bewegungsfreiheit des Seglers. Wenn es einen wirklich guten Grund gibt, der für eine aufblasbare Rettungsweste spricht, dann ihre Kleinheit, durch die sie am Körper kaum aufträgt und ein Tragekomfort, wie sie keine Feststoff-Weste bieten kann.

Dagegen steht allerdings, daß sie aufgeblasen ein so großes Volumen bildet, daß so mancher über Bord gegangene Segler Probleme hat, aus eigener Kraft wieder an Bord zu kommen.
Auch die automatische Drehung im Wasser in die Rückenlage ist nicht unbedingt gewünscht bzw. nur dann, wenn zu erwarten ist, daß man längere Zeit im Wasser ausharren muß und das Boot schwimmend nicht mehr erreichen kann.