Tipps für Segler :: Praktische Tipps

Die Idefix-Schaukel.
Ein Tip von Peter H. Schindler. (Nach einer Idee von Jens Dirk Petersen)

Immer wieder sieht man es auf dem Wasser:
Ein Segler hat Probleme, nach einer Kenterung aus dem Wasser wieder an Bord des Catamarans zu kommen. Vor allem –na, sagen wir- ‘ältere Herren‘ und in den Gliedern schon etwas steifer gewordene Cat-Segler haben einige Schwierigkeiten. Manch einer hat nach ein oder zwei Aufrichtversuchen des Bootes kaum noch die Kraft, sich an Bord zu ziehen.

In der Regel quält er sich von vorn über den Holm aufs Trampolin oder er steigt von hinten über die Ruderanlage hinweg ein und wundert sich später, was an dieser und an der Pinne so alles verbogen und abgebrochen ist. Clevere Segler ziehen sich von der Seite am Trapez-Griff wieder an Bord; vorausgesetzt, sie haben dafür noch die Kraft und die Arme sind lang genug, denn so mancher hat ja einen Doppelzentner und mehr an Eigengewicht zu stemmen.

Jens Dirk Petersen in der Seglerszene als Idefix bekannt, hat eine absolut geniale Problemlösung vom Zwischenahner Meer nach Sahlenburg gebracht und einige Cat-Segler haben die Idee sofort begeistert an ihrem Cat umgesetzt:
Von rechts nach links wird am vorderen Holm ein mindestens fingerdickes Ende gespannt. Eine alte Großschot ist geradezu ideal für diesen Zweck. Wichtig ist, dass das Tau nicht straff gespannt wird, sondern nach unten durchhängt, denn das Tau soll ja als eine Art Leiter dienen. Ist es zu lang, drückt das Gewicht des einsteigenden Seglers die ‘Leiter‘ unter den Vorder-Beem bzw. unter das Trampolin und der Segler hängt am Boot wie eine abgestürzte Fledermaus, weil der Einstiegwinkel zum Beem zu spitz geworden und durch die Anatomie des aufsteigenden Seglers kaum überbrückbar ist. Ein Aufsteigen wäre –falls überhaupt möglich- nach wie vor ein Kraftakt. Ist das Tau dagegen zu kurz, kommt der Aufsteiger mit dem Fuß nicht auf der ‘Leiter‘ zum Stehen. Am Besten ist, man probiert die richtige Länge im flachen Wasser aus.

Ganz vorne wird zwischen den beiden Rümpfen ein Gummistropp gespannt. Geeignete Haltepunkte für den Stropp sind zum Beispiel die äußeren Befestigungspunkte des Hanepots. Und diesmal kann man das Wort ‘spannen‘ sogar wörtlich nehmen, denn der Gummistropp soll das Tau während des Segeln in waagerechter Lage halten.
Der Stropp wird vorher in der Mitte am sich am Vorderholm befestigten Tau durchgezogen, so dass dieses vom Gummistropp –wie erwähnt- hochgehalten und gespannt wird. Es ergibt sich ein kreuzartiges Gebilde.



Der Stropp darf aber auch nicht so kurz sein, dass er verhindert, dass das Tau in gewünschter Weise nach unten getreten werden kann.

Will ein im Wasser schwimmendes Crew-Mitglied wieder an Bord kommen, schwimmt es vorne zwischen die Rümpfe, zieht den Gummistropp und damit auch das Aufsteigtau nach unten, so dass es mit dem einen Fuß auf dieses treten kann. Dann zieht es sich mit einem Ruck am Vorderholm oder am Mastfuß an Bord. Das kostet kaum Kraft und kann selbst noch von einem schon erschöpften Segler bewerkstelligt werden.