Tipps für Segler :: Praktische Tipps

Segeln bei Gewitter.
Von Peter H. Schindler

Kaum ein Thema wird mit so viel Unsicherheit diskutiert, wie das Segeln bei einem Gewitter. Die einen wollen sich auf den Achterholm setzen, weil sie glauben, der Blitz würde nur oben in den Mast einschlagen und dann nach unten ins Wasser abgeleitet. Andere raten vehement davon ab und empfehlen das nicht metallische Trampolin als `Zufluchtsort`. Wieder andere glauben im Wasser sicher zu sein und wollen mit einer langen Leine mit dem Cat verbunden bleiben.

Es gibt nur eine wirklich sichere Maßnahme:
Bei Gewitter nicht segeln und bei einem heraufziehenden Gewitter sofort an Land zu gehen und sich vom Catamaran entfernen. Jede andere Verhaltensweise ist lebensgefährlich.

Bernd Breymann hat das in einem Artikel im Topcat-Jahrbuch 2003/2004 eindrucksvoll beschrieben:
'Nur echte Draufgänger sind lebensmüde und wissen gar nicht, wie nah sie am Abgrund stehen, wenn sie bei Gewitter segeln. Das Foto zeigt die Spuren eines Blitzes, die er an einem Topcat K2 bei einem Gewitter in Griechenland hinterlassen hat. Das Boot stand am Strand. Die elektrische Ladung hat das Gabelseil, den Hammerterminal und die Püttingeisen 'weggeschweißt'. Der Topwirbel verglühte und der Rumpf sah aus wie ein schweizer Käse. An Kiel und Seitenflanken fanden sich Brandlöcher'.

Soweit Bernd Breymann.

Und was tun, wenn man mit seinem Cat auf dem Wasser von einem Gewitter überrascht wird?
Es bleibt bei der Empfehlung, sofort Land anzusteuern und sich in sicherem Abstand vom Boot aufzuhalten. Ist das nicht möglich, bleibt nur, an seinen guten Stern zu glauben. Auf dem Cat oder in seiner Nähe im Wasser ist die überlebenschance gleich Null, wenn der Blitz einschlägt.
Wer einmal -zum Beispiel auf der Reede von Helgoland- miterlebt hat, welche Energien frei werden, wenn ein Blitz direkt neben einem Seebäderschiff einschlägt, der weiß, dass er auf einem kleinen Sport-Catamaran kaum eine Chance hat.