Tipps für Segler :: Der CFC-Test

Neue Aufrichthilfe für Catamarane.
Von Peter H. und Alexander F. Schindler.

In Zusammenarbeit mit der CFC Freie Segler-Vereinigung der Catamaran-Freunden Cuxhaven e.V. entwickelt die SECUMAR Bernhardt Apparatebau GmbH & Co zur Zeit eine neuartige Kenterschutz- und Aufrichthilfe für Jollen und Sport-Catamarane, die den bekannten und schwierig zu handhabenden Wassersack und aufwendige technische und gewichtsmäßig schwere mechanische Konstruktionen ersetzen soll.

Zugrunde liegt der neuen CFC-Konstruktion das bekannte SECUMAR Kenterschutzkissen Type KSK 40, das in seiner derzeitigen Ausführung jedoch nur verhindern kann, dass ein Boot durchkentert. Die neue Konstruktion geht einen ganzen Schritt weiter. Ein größeres Volumen sorgt für entsprechend größeren Auftrieb und dafür, dass der Mast –je nach Bootsgröße- bis zu dreißig Centimeter aus dem Wasser gehoben wird, so dass der Wind sicher unter das Großsegel fassen und somit beim Aufrichten aktive Hilfe leisten kann. Desweiteren wird der Aufrichtwinkel des Mastes verbessert, so dass bei vielen Catamarantypen selbst ein Leichtgewicht an Crew ohne Wassersack auf dem Rücken sein Boot aufrichten kann. Auch für das neue System gilt die jedem bekannte Regel: Je stärker der Wind, desto schneller und leichter das Aufrichten.

Neu ist neben dem wesentlich größeren Volumen und dem damit verbundenen stärkeren Auftrieb, dass der Körper der Aufrichthilfe immer unter dem im Wasser liegenden Mast bleibt. Beim alten Kenterschutzkissen KSK 40 kam der aufgeblasene Auftriebskörper meist neben oder auf dem Mast zum liegen und konnte somit den Mast nicht aus dem Wasser heben.

Da ein automatisches Auslösen der Aufrichthilfe beim Einsatz in Verbindung mit Catamaranen in den seltensten Fällen erwünscht und sinnvoll ist, sollte aus der serienmäßig automatischen Auslösevorrichtung die Tablette heraus genommen werden. Die Auslösung erfolgt dann von Hand durch ziehen eines Hebels.

Die neue Aufrichthilfe ist in einer extrem flachen und schmalen Hülle untergebracht, so dass die Vorrichtung sowohl oben am Mast gefahren oder an Bord mitgeführt werden kann; ohne, dass sie viel Platz wegnimmt.

Für die Anbringung der neuen Kenterschutz- und Aufrichthilfe am Mast gibt es mehrere Möglichkeiten. Die Aufrichthilfe wird einfach mit dem Großfall oder einem separaten Fall am Mast geheißt. Vor allem bei Topcats ist es einfacher, oben am Mast untereinander zwei kleine Fenderösen anzubringen und die Aufrichthilfe zwischen beiden ein zu picken. Wenn die Vorrichtung straff zwischen den Fenderösen eingepasst wird, baumelt sie nicht locker herum und klappert auch nicht am Mast.

Wer es sich beim Einsatz der neuen Aufrichthilfe ganz einfach und leicht machen will, muss an beiden Seiten des Mastes eine Aufrichthilfe anbringen. Unsere Versuche haben jedoch gezeigt, dass das nicht unbedingt notwendig ist. Es bereitet nämlich keine Probleme, die Aufrichthilfe von der einen auf die andere Seite des im Wasser liegenden Mastes bzw. von der oben liegenden Mastseite auf die unten liegende Mastseite um zu picken.
Wer die Aufrichthilfe während des Segelns trotz ihrer Kleinheit und geringen Auffälligkeit oben am Mast nicht haben möchte, kann sie an Bord mitführen. Sie wird dann einfach an der Bespannung des Trampolins oben oder an der Unterseite des Trampolins stramm eingepickt. Dort stört sie beim Segeln nicht. Im Falle der Kenterung hangelt sich der Segler mit der Aufrichthilfe zum im Wasser liegen Mast und pickt sie mit zwei schnellen Handgriffen in der oberen und unteren Fenderöse ein. Dazu bedarf es keiner körperlichen Kraft und ein halbwegs geübter Segler wird auch den Kontakt zu seinem Boot nicht verlieren.

Die neue Kenter- und Aufrichthilfe wird voraussichtlich erst 2013/2014 auf den Markt kommen und die Bezeichnung CFC 60 KSAH tragen.