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Wie man eine einsame Insel besiedelt.
Von Alexander F. Schindler.

Ein blinder Passagier ist für jeden Kapitän ein Problem.
Man wird ihn nur schwer wieder los, weil er aus gutem Grund fast nie Papiere und Ausweise bei sich hat. Er kann weder im Heimathafen des Schiffes an Land gehen, noch nimmt ihn das Land wieder auf, aus dem er gekommen ist. Und natürlich weigern sich auch alle anderen Länder, deren Häfen das Schiff anläuft.

Niemand spricht darüber, aber sicherlich wird so mancher blinder Passagier bei Nacht und Nebel über Bord gegangen und auf nimmer Wiedersehen verschwunden sein.

Belegt dagegen ist folgende Geschichte:
Auf einem Frachter wird ein blinder Passagier gefunden. Der Kapitän meldet das seinem Reeder und bittet um Anweisungen.
„Setzen Sie den Mann so schnell wie möglich an Land.“

Etwa eine Woche später erkundigt sich der Schiffseigner, was aus dem blinden Passagier geworden ist.
„Den haben wir auf einer Insel abgesetzt, an der wir vorbei gekommen sind.“
„Ist die Insel denn bewohnt?“, fragt der Reeder nach.
Die Antwort: „Ja. Jetzt schon.“