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Nach dem Cat-Segeln niemals ins Altersheim.

"Wenn ich einmal in späterer Zukunft alt und klapprig bin und nicht mehr segeln kann, werde ich ganz bestimmt nicht ins Altersheim gehen."

So die Aussage eines noch aktiven CFC-Seglers. Und dann fährt er fort: "Ich richte es mir auf einem Kreuzfahrtschiff ein. Die Gründe dafür hat mir unsere Gesundheitsministerin geliefert:
Die durchschnittlichen Kosten für ein Altersheim -so Frau Ministerin Schmidt- betragen zweihundert Euro pro Tag. Ich habe eine Reservierung für das Luxus-Kreuzfahrtschiff AIDA geprüft und muss für eine Langzeitreise als Rentner einhundertundfünfunddreissig Euro pro Tag bezahlen. Nach Adam Riese bleiben mir dann noch fünfundsechzig Euro für andere Dinge.
Die kann ich für Trinkgelder verwenden. Pro Tag so ungefähr zehn Euro.
Ich habe mindestens zehn freie Mahlzeiten, wenn ich in eines der Schiffsrestaurants wackle oder mir sogar das Essen vom Room-Service in die Kabine bringen lassen. Das heißt: Ich kann jeden Tag der Woche mein Frühstück im Bett einnehmen.
Die AIDA hat drei Swimmingpools einen Fitnessraum und mehrere Waschmaschinen und Trockner. Und jeden Abend sogar eine Show. Alles kostenlos.
Auf dem Schiff sind Zahnpasta, Rasierer, Seife und Shampoo kostenlos. Das Personal behandelt mich wie einen Kunden und nicht wie einen Patienten. Für fünf Euro Trinkgeld extra lesen mir die Stewards jeden Wunsch von den Augen ab.
Frische Bettwäsche und Handtücher jeden Tag. Ich muss nicht einmal danach fragen.
Alle acht bis vierzehn Tage lerne ich neue Leute kennen. Da kommt keine Langeweile auf.
Fernseher defekt? Glühbirnen müssen gewechselt werden? Die Bettmatratze ist viel zu hart oder zu weich? Kein Problem. Ein Wort und das Personal wechselt es kostenlos und bedankt sich sogar noch bei mir für mein Verständnis.
Wenn ich im Altersheim hinfalle und mir die Rippen breche, komme ich ins Krankenhaus und muss gemäß der neuen Krankenkassenreform täglich dick ’draufzahlen. Auf der AIDA bekomme ich für den Rest der Reise eine Suite und werde vom Bordarzt kostenlos betreut.
Auch habe ich noch von keinem Fall gehört, bei dem zahlende Passagiere eines Kreuzfahrtschiffes vom Personal bedrängt oder gar misshandelt worden wären. Auf Pflegeheime trifft dies nicht im gleichen Umfange zu.
Was aber das Beste ist, mit der AIDA kann ich nach Südamerika, Australien und Japan reisen oder wohin auch immer ich will.
Darum werde ich gar nicht erst nach einem Platz im Altersheim suchen, sondern auf einem Kreuzfahrtschiff. Da spare ich jeden Tag fünfzig Euro und muss nicht einmal für meine Beerdigung ansparen. Mein letzter Wunsch heißt dann nur: Werft mich einfach über die Reling. Und auch das bekomme ich kostenlos."