CFC-Notizen :: Regatta Notizen


Fehmarn Rund; ein Abenteuer.
Von D. Norden und Michael Scharf

Dieses Jahr plante der CFC mit sechs Booten an der Regatta ‘Fehmarn Rund‘ teilzunehmen. Leider mussten Anja und Carsten Kramp aus beruflichen Gründen ihre Teilnahme zeitig absagen. Damit waren auch die drei Kramp-Töchter im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Rennen. Peter H. Schindler, der mit seinem Schotten Eckhard von Lojewski schon ganz heiß auf die Tour war, zog sich bei den Vorbereitungen eine Verletzung zu, die es ihm unmöglich machte, zu segeln. Sein Sohn hing beruflich in Glasgow fest und dann fiel auch noch Roland Albrecht aus. Somit mussten wir auf unserem Topcat K2 ‘Whisky the Cat‘ die Flagge der Catamaran-Freunde Cuxhaven hochhalten.

Schon am Donnerstag trafen wir samt Familien und Freunden in Heiligenhafen ein. Peter hatte es sich nicht nehmen lassen, trotz seiner Schmerzen anzureisen, um uns bei unserer ersten Fehmarn-Regatta mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Außerdem kümmerte er sich um die jüngsten Mitreisenden und machte nebenbei Werbung für den Cat-Sport. Chiara (5 Jahre) und Bjarne (9 Monate) Witzel, Juli (3 Jahre) und Lennart (5 Jahre) Scharf, sowie Finja (4 Monate) Norden hatten viel Spaß mit dem 'verrückten Opa aus Hamburg‘.
Chiara fragte nach dem Wochenende: „Delf, wann darf ich denn mal auf Deinem Cat mitsegeln? Aber bitte ohne Papa!“.

Am Freitag wehte nur ein laues Lüftchen von ungefähr sechs Knoten aus Nordwest. Kurzentschlossen wurde ein Familienausflug nach Fehmarn unternommen und abends gab es Revier- und Taktiktipps von Peter bei einem Chinesischen Buffet.

Am Regattatag strahlte die Sonne, jedoch ließ der schwache Wind keine Rekordzeiten vermuten. Um 09.15 Uhr waren wir auf dem Wasser und reihten uns in der großen Schar der Catamarane ein. An Bord gab es kurze Überlegungen, wie der Start angegangen werden sollte. Der Plan: Freihalten; links starten; wenig Zeit verlieren. Der Anlauf begann. Wie vorher vermutet, lag die linke Seite der Startlinie um einiges dichter am Wind. Fast alle Catamarane segelten den ersten Schlag in Richtung Fehmarn. Unser Vorhaben, schnell nach links zu starten, schlug fehl. Da nicht genügend Höhe gelaufen werden konnte, musste über die Startlinie gekreuzt werden. Somit startete ‘Whisky the Cat‘ deutlich nach dem Signal. Auf der kurzen Startkreuz gelang es, wieder Fühlung ans Feld zu bekommen und diese am Wind bis zum Markelsdorfer Huk zu halten.

Nach der Rundung der Insel bei Westermarkelsdorf setzten viele Catamarane ihre Blister und segelten uns auf und davon, denn mit diesem Equipment konnten wir nicht aufwarten. Auf der Vorwindkreuz kamen wir aber gut voran. Es entwickelte sich ein spannender Schlagabtausch mit Johannes Witt und Martin Frechen auf ihrem ‘Speedy‘, einem der beiden anderen Topcat-Teams im Regattafeld. Bis kurz vor Puttgarden wurde sich bei wenig Wind kein Meter geschenkt. Dann kam ein wenig mehr Wind auf und eine kurze Welle von achtern. Die Halsen klappten immer besser und es wurde kurzzeitig die Flying-Technik angewendet, was in Ansätzen auch gelang. Nach mehreren Vollduschen für Michael und einigen Wenden konnte ‘Speedy‘ nicht mehr mit ‘Whisky the Cat‘ mithalten. Mit hoher Konzentration folgte die Überholung von ‘Kilo Whisky‘, einem Nacra 500 und dann holten wir auch noch einen Nacra 570 ein. Kurz vor Staberhuk konnte auch noch Axel Munsch und Stephan Dorfner auf ihrem HC18 ‘Deep Blue“ das Kielwasser gezeigt werden.

Bei der Rundung von Staberhuk verpassten die vorgenannten Boote fast das Gate und mussten noch einen kleinen Schlag heraussegeln. Direkt nach dem Gate war der Wind fast vollständig weg. Bei gegenläufiger Welle dümpelten die Boote vor dem Sund.
Was sagte Peter doch gleich am Vorabend? „Von Staberhuk bis zur Brücke; das ist eine gefühlte Ewigkeit“.

Nach endlos scheinenden zwanzig Minuten brieste es kräftig auf. Endlich kamen auch die Trapeze zum Einsatz und wir hatten schon die Heldenpose auf der Ziellinie einschließlich Einlaufbier im Sinn. Am Wind war dem Schwertkat ‘Deep Blue‘ von unserer Seite nichts entgegen zu setzen. Der Nacra 570 hatte weiter südlich eher den Wind gefunden und lief dem CFC-Team ebenfalls davon, während ‘Kilo Whisky‘ im nördlichen Sund nicht folgen konnte. Mit einem lauten Krachen fiel der Mast einer in Lee segelnden Yacht. Das war’s für die.
In der nun kurzen steilen Welle entwickelte sich ein kleines Matchrace mit Dieter Edelhoff auf seinem A-Cat ‘C‘est La Vie‘. Kurz vor der Fehmarnsund-Brücke beruhigte sich der Wind wieder auf sechs bis acht Knoten und der tapfer kämpfende Edelhoff zog lächelnd vorbei und davon. In der Endabrechnung landete er allerdings einen Platz hinter uns.
Jetzt war jeglicher Spaß verflogen. Die Brücke achteraus wurde einfach nicht kleiner und wieder fielen uns die Worte von Peter ein. Wir wollten nur noch durchs Ziel, etwas trinken und ein kühles Bad in der Ostsee nehmen. Endlich kam das Zielschiff in Sicht. Noch zwei Wenden und dann durchs Ziel sacken lassen. Nach sieben Stunden, neununddreißig Minuten und zehn Sekunden war es soweit: ‘Whisky the Cat’ war angekommen.

Abends große Preisverleihung und Riesenfete. Wir waren jedoch total geschafft und gingen noch vor Mitternacht ins Bett. Und wieder meldete Peter sich zu Wort: „Wenn Ihr jungen Spunde tatsächlich geschafft seid, was soll ich dann erst sagen? Ich mache dieses Martyrium seit Jahren durch. Und das in meinem biblischen Alter.“

Am Sonntag Abbau und Verladen des Cats. Erst nieselt es nur ein wenig. Dann schüttet es aus allen Rohren. Vollkommen durchnässt machen wir uns gen Mittag auf den Weg nach Hause.