CFC-Notizen :: Regatta Notizen

5. FLENS SUPER SAIL TOUR Fehmarn Rund.
‘Lustlose‘ CFC-Segler im letzten Drittel.

Die Crew des ‘Komet von Meratzka‘ -Peter H. Schindler und Jens Dirk Petersen- reist bereits am späten Nachmittag des 12.08.2009 in Heiligenhafen an. Am nächsten Vormittag wird der Topcat K1 am Strand seeklar gemacht. Es brettert jedoch so stark, dass sich die beiden Segler entschließen, das geplante Training im Fehmarn Sund ausfallen zu lassen. Nur Weltmeister Helge Sach geht mit einem Schüler auf einem Wiper F16 aufs Wasser.
„Und wenn wir hundert Jahre alt werden; so werden wir nie werden“, entfährt es Pit. Und Idefix ergänzt: „Wo der Mann bloß die Kondition her nimmt? Die sind jetzt mehr als sechs Stunden auf dem Wasser und das bei flotten fünf oder sechs Windstärken und kurzer steiler See.“

Die beiden CFC-Segler nehmen sich vor, das Training erst am Freitag aufzunehmen.
Pit hisst die CFC-Flagge am Mast seines Cats, was Idefix fotografisch festhält und mit den Worten kommentiert: „Der alte Mann und sein Boot.“

Seine Frage am nächsten Morgen, wie das Wetter ist, beantwortet Peter nur kurz mit dem Wort: Spaßbremsend“.- Strahlende Sonne. Herrlich blauer Himmel mit ein paar ‘persil‘weiße Wolken; aber so gut wie kein Wind. Die beiden sitzen am Strand und beobachten, wie sich selbst die leichten und sonst so schnellen Catamarane langsam, Centimeter für Centimeter über die spiegelglatte Wasserfläche quälen. „Komm, wir gehen Kaffee trinken“, wird zum geflügelten Wort an diesem Vormittag.

Am Nachmittag trudelt Alexander F. Schindler vom CFC mit seinem Nacra F17 ein.
Das Regatta-‘Kleeblatt‘ des Vereins ist wieder beisammen.

Schnell ist das Boot aufgebaut und nun treffen nach und nach auch die anderen Regatta-Teilnehmer ein. Alte Bekannte wie Stefan Oetje und seine segelbegeisterte Tochter Sonja aus Bremen, Jochen Fiedler aus Oldenburg/Oldenburg und Hajo Albrecht aus Wangerooge, Jörg und Sigi Stahl aus Pinneberg, die auf ihrem Hobie Tiger ‘Ouzo‘ für einen ebenso überraschenden wir hervorragenden vierten Platz in der offenen Klasse sorgen werden, Claas Schwandt aus Osterholz-Scharmbeck, Arndt Lange aus Cuxhaven und der eiligst noch von Helge Sach als Vorschoter für einen ‘fockaffenfreien‘ Bootseigner herbei telefonierte Axel Munsch aus Hannover werden mit großem Hallo begrüßt. Eigentlich fehlen in diesem Club der unermüdlichen Regatta-Segler nur die am Zwischenahner Meer segelnden Christjan Cramer, der ehrgeizige Harald Schmeinck, die immer für gute Laune sorgenden Rainer Damm und Monique Petersen und natürlich der mit über siebzig Jahren Älteste im Bunde: Rainer Hammschmidt.

Regatta-Tag. Das Wetter ist wieder umgeschlagen. Wie zwei Tage vorher, brettert es. Bedeckter Himmel. Weiße Schaumkronen auf den Wellen und Wind um Fünf; in Böen deutlich mehr.
Helge Sach klopft Pit noch mal freundschaftlich auf die Schulter und wünscht ‘Mast und Schotbruch‘ und dann ist er mit seinem Bruder Christian damit beschäftigt, ihren Cat klar zu machen; wie alle anderen Crews auch.

Es geschieht ein Wunder. Idefix und Pit sind die ersten auf dem Wasser, melden sich ungehindert am Startboot zur Regatta an und flitzen dann vor Heiligenhafen hin und her. Die Bedingungen scheinen ihnen zu liegen und noch gibt es nicht das übliche Start’gewusel‘.

Startschuss. Jens und Peter verpassen wieder einmal eine gute Position an der Startlinie und segeln -wie immer- hinter dem Feld hinterher. Sie nennen das humorvoll, ‘das Feld von hinten aufrollen‘.

Fehmarn bleibt an Steuerbord liegen. Wieder haben die beiden Topcat-Segler ihren Spi nicht dabei und müssen daher bei achterlichem Wind bis Westermarkelsdorf aufkreuzen. Alex kommt besser vom Start weg, setzt schnell seinen Reacher; aber auch bei ihm läuft es nicht so richtig. Alle mit Spi segelnden Cats sind bald auf und davon.
In Westermarkelsdorf passieren sie das Tor und nehmen Kurs auf Puttgarden. Bei halbem Wind machen sie einiges gut. Der Topcat von Idefix und Pit scheint übers Wasser zu fliegen und auch Alex versucht mit seinem Nacra Inter17 wieder ans Regattafeld heranzukommen. Nach Querung des Fahrwassers befinden sich die CFC-Segler im Feld der eine Stunde früher gestarteten Dickschiffe. Jetzt müssen sie jedoch gegen den Wind aufkreuzen. Bei zunehmender Stärke um 5 (bis 6) und steilen Wellen bolzen die leichten Catamarane durchs Wasser. Neidische Blicke herüber zu den großen Yachten, denen der Wind und die Wellen nichts auszumachen scheinen. Und doch bleiben zwei von ihnen mit gebrochenem Mast liegen. Vor Staberhuk haben Idefix und Pit keine Lust mehr. Das Boot quält sich und die Crew auch. Aber aus dem Rennen aussteigen, ist für die beiden alten Kämpfer natürlich kein Thema. Zu allem Unglück bricht auch noch der Traveller ab und das Großsegel ist nicht mehr vollständig dicht zu trimmen. Die beiden fluchen und schimpfen.
Plötzlich taucht Alex wieder auf. Er ist kurzzeitig auf Fehmarn angelandet und hat dort am Strand seine Fock weggenommen. Als ‘Einhänder‘ kommt er bei dem unfreundlichen Wetter mit seinem schnellen Zossen jetzt besser klar.

Rein in den Belt. Pit und Idefix befinden sich jetzt im Feld der überwiegend ohne Spi segelnden Catamarane. Mal holen sie kräftig auf; dann wieder werden sie eingeholt. Jeder Segler scheint seine eigene Theorie zu haben, wie er mit den Verhältnissen am Besten fertig zu werden glaubt. Die einen machen kurze Schläge; andere holen weit aus und einige bolzen wild gegen den Wind an. Kenterungen kommen jetzt häufiger vor. Pit und Idefix gehen jedoch kein Risiko ein; zumal ihr Boot ohne Traveller nur schwer zu führen ist. Und auch Alex will offensichtlich nur noch eines: Schnell zurück nach Heiligenhafen; zurück nach Hause. Die Fehmarn-Sund-Brücke kommt und kommt nicht näher. Sekunden werden zu gefühlten Minuten; Minuten zu Stunden. Eine verpatzte Wende und der ‘Komet von Meratzka‘ fällt in der bekannt starken Strömung des Sundes zwanzig, dreißig Meter zurück. Das kostet Zeit und Nerven. Nach sechs Stunden, vierundzwanzig Minuten und sechzehn Sekunden sind Idefix und Pit im Ziel. Alex ist sieben Minuten schneller. Am Ende reicht es für die Topcat-Crew immerhin noch zum dreiunddreißigsten Platz. Alex ist einen Platz besser.

Insgesamt waren einhundertundeinundachtzig Boote (Catamarane, Trimarane und Dickschiffe) an Deutschlands größter Regatta FLENS SUPER SAIL TOUR Fehmarn Rund am Start. Sechzehn Catamarane und zehn Dickschiffe erreichten das Ziel nicht. In der offenen Cat-Klasse waren neunundvierzig Boote am Start. Eine Crew wurde disqualifiziert; acht gaben auf und gingen vorzeitig aus dem Rennen.