CFC-Notizen :: Regatta Notizen

Peter und Alex vom CFC glücklos bei 'Fehmarn Rund'.

Seinen Jugendtraum, einmal mit (s)einem Fun-Cat von Cuxhaven nach Helgoland zu segeln und zurück, hatte sich Peter bereits als Dreiundfünfzigjähriger 1997 erfüllt. Jetzt mit sechzig Jahren wollte er es noch einmal wissen und an der Langstrecken-Regatta 'FLENS Super Sail Tour; Fehmarn Rund' teilnehmen.

Bestens vorbereitet, fuhren Alex und Peter am 20. August 2004 nach Heiligenhafen, um beim Aufbau ihres Cats festzustellen, daß eine der Wanten oberhalb des Hammerbeschlages angebrochen war. Da eine neue Original-Want für Ihren Topcat K1 nicht innerhalb weniger Stunden beschaffbar war, ließen sie sich in einer örtlichen Segelmacherei eine verkürzte Want anfertigen und ersetzten den fehlenden Hammerbeschlag durch einen eigentlich für den Powerspreader bestimmten und in der Ersatzteiliste verfügbaren Terminal, der mittels eines am Terminal angeschweißten Schäkels mit der Want verbunden wurde.

In letzter Minute fertig geworden, gingen die beiden als Letzte aufs Wasser und segelten zunächst einmal dem gesamten Feld hinterher. Im Vertrauen auf ihren großen Cat und seine Leistungsfähigkeit, machte ihnen das aber wenig aus. Im Zweifelsfalle waren sie sich darin einig, daß die olympische Idee zählt: Dabei sein, ist alles.

Keine zweihundert Meter vom Strand entfernt, wurde Peter von Krämpfen in seinen Beinen geplagt. Bei zu diesem Zeitpunkt etwa fünf Windstärken, wechselten die beiden ihre Position auf dem Boot und Alex ging an die Pinne. Peter‚ bearbeitete' als Vorschoter so gut es ging seine ständig wechselnden, vom Zeh bis zum Oberschenkel reichenden Krämpfe.

Noch vor Markelsdorf hatten sie mehr als ein Dutzend Catamarane eingeholt und auf der Strecke Markelsdorf-Puttgarden-Staberhuk segelten sie sich bis ins vordere Mittelfeld vor. Allerdings konnten sie mit den fünfzig oder sechzig ganz vorne segelnden Catamaranen -überwiegend von regattaerfahrenen Crews geführte Tornados, Hobie Tiger und Nacras- nicht mithalten.

Die Wetterbedingungen hatten sich während der Wettfahrt deutlich verbessert; der Wind hatte nachgelassen und die langezogenen Wellen erlaubten über weite Strecken ein schnelles Gleiten und Abreiten der Kämme.

Hinter Staberhuk ging es dann auf die Kreuz in den Fehmarnssund hinein.
Hier ließen sie noch manchen Hobie 18 und Nacra hinter sich und auch einige Hobie Tiger mußten sich von unseren Segelfreunden vom CFC aussegeln lassen.
Wenige hundert Meter vor der Brücke passierte es dann. Mitten in einer Wende öffnete sich der Schäkel des Terminals der rechten Want und der Mast kam herunter.
Für Peter und Alex war das Rennen damit beendet.

Ruhig und routiniert sicherten sie das Schiff, bargen Fock und Großsegel, zogen den Mast auf den Catamaran und warteten dann erschöpft auf die mit einem Motorboot heraneilenden Helfer der DLRG, die das Boot an den Strand von Fehmarn schleppten.

Frust kam bei den beiden Seglern auf, als sie feststellten, daß sie ihre neue und teure Folienfock beim Abschleppen verloren hatten.

Am Strand angekommen, sicherten sie den Cat. Ein von der Wettkampfleitung beauftragtes Fahrzeug holte die beiden ab und brachte sie nach Heiligenhafen. Dort holten sie ihren Trailer vom Strand und fuhren sofort wieder nach Fehmarn zurück, um allein und ohne weitere Hilfe das Boot mehrere hundert Meter über die Dünen zu ziehen und auf dem Trailer zu verladen.

Der Werbeslogan ‚Das flenst' bekam für sie eine vollkommen neue Bedeutung. Lächelnd formulierten sie um: 'Das schlaucht'!

Vollkommen erschöpft, aber dennoch rechtzeitig, waren sie in Heiligenhafen zurück und nahmen an der Siegerehrung teil. Dann beschlossen sie, noch in der Nacht nach Hamburg zurück zu fahren.

Alex wird im nächsten Jahr wohl wieder dabei sein. Ob Peter das mit Rücksicht auf seine fortschreitende Krankheit und sein Alter noch einmal schaffen wird, bleibt abzuwarten.