CFC-Notizen :: Regatta Notizen

Regatta '3. Jever Cup; Fehmarn Rund'

Einhundertundachtundvierzig gemeldete Catamarane. Einhundertundachtundzwanzig gestartete Boote. Mehr als vierzig Mast- und Baumbrüche. Und nicht einmal fünfzig Cats, die das Ziel erreicht haben. Diese Zahlen sprechen für sich.

'Rund um Texel' genießt seit Jahren nicht nur den Ruf der europaweit größten Cat-Regatta, sondern auch den der meisten Havarien. ‚Fehmarn Rund' schickt sich an, bei den Teilnehmern ebenso gefürchtet zu werden.
Es war daher mehr als nur eine freundliche Geste der Regattaleitung, am Abend der Preisverleihung zum Applaus für diejenigen aufzufordern, die in Einschätzung ihrer seglerischen oder physischen Fähigkeiten von vornherein nicht an den Start gegangen waren oder aber den Mut gehabt haben, selbst aus einer guten Position im Regattafeld heraus noch aus dem Rennen zu gehen, um sich und das Material zu schonen und keinen Rettungsfall zu provozieren. Auch die Männer und Frauen von der DLRG Deutsche Lebensrettungsgesellschaft e.V. bekamen großen Beifall für ihren unermüdlichen Einsatz.

Kalle und Mike vom CFC haben zwar die Steuermannsbesprechung mitgemacht, dann aber in Kenntnis des Reviers und in Erwartung zunehmenden Windes auf den Start verzichtet.

Walter und sein Vorschoter haben noch die ersten Kreuzschläge im Sund gemacht, dann aber den heimischen Campingplatz auf Fehmarn angesegelt und sich telefonisch bei der Regattaleitung abgemeldet.
Was mag wohl in dem segelbesessenen Walter vorgegangen sein, als er so kurz vor dem Ziel eine solche Entscheidung traf?

Unser Freund Frank Spargel von der SVC Segler-Vereinigung Cuxhaven e.V. hat seinen Hobie 17 im wahrsten Sinne des Wortes zerlegt. Ein angebrochener Vorderholm -der Fachmann würde ‚rasierten Beem' sagen- und ein ausgebrochener Rumpf führten zum jähen Regattaende.

'Noch nie habe ich so viele Catamarane zur gleichen Zeit, kentern sehen', meinte Alex vom CFC und entschied sich in Abstimmung mit seinem Schotten Idefix, der als Ersatz für Pit dabei war, bis dahin ungekentert und in nicht schlechter Position in Höhe Burg aus dem Wettbewerb zu gehen. Nur unter der Fock segelten die beiden nach Meeschendorf zurück und gingen dort an den Strand. Drei oder vier andere Regattateilnehmer folgten ihnen.

Arndt Lange aus Cuxhaven, den wir alle als ehrgeizigen Segler kennen und der sich weiß Gott vor nichts fürchtet, sprach nach dem Rennen nicht mehr vom ‚errungenen' Platz, sondern nur noch davon, daß Susanne und er ‚durchgekommen' seien.

Eine ganze Reihe von Seglern wagten einen zu weiten Schlag unter Land und wurden von der starken Strömung ans Ufer gedrückt. Mehrere Besatzungen mussten von ihren Catamaranen im Sund vor und zum Teil auch noch hinter der Brücke herunterspringen und ihre Boote von Hand in den Sund zurück drücken, um zu verhindern, daß diese an der mit großen und spitzen Steinen befestigten Küste Schaden nehmen oder gar zerschellen.

Mehrere Dickschiffe brauchten auf der Kreuz vor der Fehmarnsund-Brücke für die letzten ein- bis zweihundert Meter mehr als eine dreiviertel Stunde und so mancher musste den kleinsten Fehler in der Wende damit bezahlen, daß das Schiff in der Strömung fast die ganze Strecke zurücktrieb.

Das alles sind Dinge, mit denen ein Sportsegler rechnen muß. Schmerzlich ist jedoch, daß einigen Caties von Sicherungsschiffen zugerufen worden war, daß die Wettfahrt offiziell abgebrochen worden sei. So segelte zum Beispiel Uwe Borlinghaus in aussichtsreicher Position im weit auseinandergezogenen Regattafeld nicht mehr durch das nur wenige hundert Meter vor ihm liegende Ziel vor Heiligenhafen, sondern nahm Kurs auf Großenbrode, um sein Boot direkt nach Hause zu bringen.

Das oben auf der Fehmarnsund-Brücke postierte Foto- und Presseteam des CFC hatte keine Chance, ihre Fotoapparate zum Einsatz zu bringen. Die drei mussten sich auf der Brücke mit beiden Händen festhalten und wenn ein Truck über die Brücke bretterte und im Sturm hin und her schwankte, wurde ihnen Angst und Bange.

Dennoch war die Regatta wieder ein gelungenes Event. Nur das lange Warten auf die Preisverleihung war nicht so doll. Aber wie war doch das Motto des Veranstalters in diesem Jahr? ‚Dabei sein, ist alles'. In der Tat.