CFC-Notizen :: CFC Notizen


Djerba. Da, wo die Sonne lacht, der Wind weht und Cat-Segler glücklich sind.
Von Peter H. Schindler.

Eigentlich sollte es ja wieder eine CFC Club-Reise werden, aber diesmal gab es so viele Terminprobleme, dass erst sehr spät gebucht werden konnte. In letzter Minute und mit Ach und Krach habe ich dann gerade noch für Alex, Idefix und mich Flugtickets nach Djerba bekommen und selbst dann konnten wir nicht im selben Flugzeug Platz nehmen. Alex musste eine Zwischenlandung in Nürnberg akzeptieren, während es für Idefix und mich direkt zu unserem Ziel im Mittelmeer vor der tunesischen Küste ging. Dafür saß Birgitt zwischen uns, die noch später als wir, aber bei einem anderen Reiseunternehmen nur eine Woche und Club Aldiana gebucht hatte. Die gute Frau ist einfach nicht zu bewegen, vom Club Aldiana Atlantide zu uns in den Club Magic Life Penelope Imperial zu wechseln. Sie ist halt ein Gewohnheits’tier‘. Na ja, sie hat uns aber fast jeden Morgen besucht. Vom einen zum anderen Club sind es ja nur ein paar hundert Meter.

Oktay von der Nauic-Station will gar nicht glauben, dass Birgitt meine Frau ist. „Ein so hässlicher Mensch und eine so schöne Frau“, kommentiert er die Situation und ich mache erst einmal ein beleidigtes Gesicht, während Birgitt über das ganze Gesicht strahlt. Irritiert nimmt Oktay dann noch zur Kenntnis, dass Birgitt und ich in unterschiedlichen Clubs wohnen. Darüber wundern sich allerdings auch noch andere und so werden Birgitt und ich hinter unseren Rücken zum Clubgespräch. Totale Verwirrung herrscht, als sie sehen, wie gut wir uns verstehen und so rätselt man wahrscheinlich noch heute über unsere für sie nicht verständliche Ehekonstellation.

Zwölf herrliche und vor allem durchgehend sonnige Urlaubstage liegen vor uns. Obwohl erst die zweite Märzhälfte (17. bis 29.03.), ist es auf Djerba angenehm warm und nicht unerträglich heiss. Einen Sturm, wie wir ihn im vergangenen Jahr während der CFC Club-Reise fast eine ganz Woche lang hinnehmen mussten, hat es diesmal nicht gegeben.

Wieder holt uns unser tunesischer Freund Hachemi (Sprich Äschmie) vom Flugplatz ab.
Im Club begrüssen uns Oktay und seine Kumpanen auf der Nautic-Station lautstark und machen sogleich die Cats startklar. Alex und ich bleiben zunächst einmal faul und geniessen die Sonne und den blauen Himmel. Nur Idefix ist nicht zu bremsen. Sein Leben besteht zwölf Tage lang aus Segeln, Surfen, Wasserski und Bananefahren, Mittag-, Abend- und Kuchenessen, Kaffeetrinken und Hunderte von Zigarretten rauchen. Er kauft sich am Strand von irgendwelchen Händlern für ein paar Cent angebliche Markenzigaretten und merkt erst nach Hachemis Hinweis, dass er reines Gift zu sich nimmt.

Auch Alex leidet unter einer Krankheit. Er hat einen Teppich- und Lampentick. Weiss der Teufel, wo er das ganze Zeug bei sich in Cuxhaven in der Wohnung auslegen und hinstellen will.
In Houmt Souk besuchen wir einen uns schon aus den vergangenen Jahren bekannten Bazar. Alex wühlt in den Teppichbergen herum. Seine Wahl fällt auf ein besonders schönes Stück. Der Preis haut ihn jedoch um. Viertausendfünfhundert Euro. Wir fangen an, zu feilschen; als schachern wir um unser Leben. Bei zweitausendfünfhundert Euro stocken die Verhandlungen. Hachemi eilt zu Hilfe. Eine lebhafte Diskussion auf Arabisch und der Preis liegt bei eintausendfünfhundert Euro. Trotzdem kauft Alex nicht, weil er sich plötzlich nicht sicher ist, wie groß der Teppich sein darf. Ausserdem will er lieber einen runden Teppich. Oh, mein Gott! Manchmal ist er wie seine Mutter.

Damit im Club jeder weiß, wer wir sind, hat Idefix drei dunkelblaue Sweat-Jacken mit Kapuze mitgebracht. Hinten der Hinweis ‘CFC Sailing Team Djerba 2014 Club Magic Life‘; vorne als Brustlogo bei den Jacken von Alex und Idefix ‘Born To Sail-Force To Work‘* und bei mir -weil ich im vergangenen Jahr vor jedem Segelgang darauf hingewiesen habe, in welche Richtung man segeln muß, um nach Lampedusa zu kommen- ‘Navigeur A Lampedusa‘**.

Einen Tag lädt uns Hachemi zu einer Ausfahrt ein. Es geht kreuz und quer über die Insel. Ein Besuch im Heimatmuseum von Djerba. Dann fahren wir über einen Damm, der schon zu Zeiten der alten Römer gebaut worden war, aufs Festland. Wir besichtigen einen überwiegend von Franzosen frequentierten Club. Eine sehr schöne Anlage. Da es aber keine Catamarane gibt, fällt der Club bei uns durch.

Hachemi kehrt mit uns zu Mittag in einem kleinen Landrestaurant ein. Ich mache den Fehler und bestelle -mein Grauen vor Gräten ist sprichwörtlich- ausdrücklich Fischfilet. „Das hättest Du besser nicht getan. Jetzt bekommst Du keinen frischen, sondern alten Fisch aus der Kühltruhe“, lächelt Hachemi mir zu. Der Wirt hört das und rät ebenfalls vom Filet ab. Also bestellen wir um. Alex schmeckt das Essen; Idefix und ich kämpfen jedoch mit den vielen Gräten und die Suppe war auch gewöhnungsbedürftig. Tunesische Küche, das ist nicht so unser Ding, aber im Magic Life auf Djerba geht es in diesem Punkt ja glücklicherweise europäischer zu. Hier fasst uns jeden Tag mehrfach der liebe Gott persönlich in den Mund.

Eine Geschichte am Rande:
Wochen vor unserer Abreise nach Djerba hatte Annette, Hachemis quirrlige deutsche Frau, Birgitt und mich angerufen und von einer jungen Tunesierin gesprochen, die sie unbedingt mit Alex zusammbringen wolle. Unseren Hinweis, dass sie das lieber lassen soll, ignoriert sie und schwärmt weiterhin in höchsten Tönen von ihrem Vorhaben. Wir warnen Alex vor, aber der nimmt die Sache nicht ernst.
Auf Djerba drängt Annette zum Nachmittagskaffee und natürlich hat sie auch die von ihr für Alex ausgesuchte Braut eingeladen. Die beiden finden sich zwar ganz nett, aber mehr entwickelt sich nicht. In den nächsten Tagen fragt Annette bei mir und Birgitt nach, was Alex denn von der jungen Tunesierin halte. Unser Annette übermittelter Eindruck entmutigt sie nicht. „Ich geb‘ Dir mal ihre Telefonnummer, dann kann Alex sie anrufen und sich mit ihr verabreden.“ Aber Alex ist aus tiefstem Herzen Junggeselle und so wird aus der Hochzeit nichts. Tagelang muß sich Alex von Idefix morgens anhören: „Wieso kommst Du denn allein zum Frühstück? Wo hast Du denn Deine Braut gelassen?“ oder: „Was ist denn nun? Kann ich schon gratulieren? Irgendwann ist es Alex die Frotzelei zu bunt und es platzt aus ihm heraus: „Ich will nicht heiraten; außer, es kommt mir noch Frau und Kind dazwischen!“ Als Alex aufsteht, um sich noch etwas vom Frühstücksbuffet zu holen, flüstert mir Idefix leise zu: „Wie meint er denn das?“
„Ist doch klar“, antworte ich. „Er heiratet nicht und im Alter zieht er zu seinen Kindern.“ Das Thema ist durch. Alex zieht sich auf einem Catamaran aufs Wasser zurück. Hier ist er vor Annettes Kuppeleiversuchen sicher und seine ihm von Annette zugeteilte Braut kann nicht segeln.

Birgitt fliegt einige Tage vor uns nach Hamburg zurück. Wir, das ‘Kleeblatt‘ vom CFC, geniessen noch die letzten Tage in, am und auf dem Wasser und abends an der Bar. Am Ende beschliessen wir: So Gott will, machen wir uns nächstes Jahr wieder auf den Weg nach Djerba.

Und wer jetzt immer noch nicht genug hat und etwas über organisierte CFC Club-Reisen wissen möchte, der sollte in der CFC Website >CFC-Aktivitäten > CFC Club-Reisen anklicken oder unter >CFC-Notizen >CFC-Notizen den Artikel ‘Ein Kleeblatt in der Wüste‘ aus dem Jahre 2012 lesen.