CFC-Notizen :: CFC Notizen


Bruchpiloten und Teamgeist.
Oder:
Wie lässt man einen Cat verschwinden.

Von Roland Albrecht (Nach Augenzeugenberichten).

Wie lässt man einen Catamaran verschwinden?
Auf diese Frage wissen Anja und Carsten Kramp und Delf Erik Norden eine Antwort.

Spaß beiseite. Was war am 14.06.2014 tatsächlich passiert?

Fünf Windstärken.Starke Brandung.
Herrenreiter alias Carsten Hörner war auf seinem Hobie 16 mit einer Kathleen Henneke segeln.
Das allein ist noch kein Zaubertrick. Carsten leitete diesen jedoch mit einer Kenterung ein. Er hätte wohl besser aufs Boot als auf seine hübsche Vorschoterin achten sollen. Anschliessend stellte er fest, dass er und seine Vorschoterin selbst zusammen zu wenig Gewicht hatten, um den Zossen wieder aufzurichten.
Das beobachteten Anja und Carsten Kramp. Also nichts wie hin. Carsten sprang elegant von Bord seines Last Money, um zu helfen, während die an Bord zurückgebliebene Anja die Pinne des Topcat K2 übernahm. Es folgte die zweite Kenterung. Diesmal war es der krampsche Topcat. Carsten K. sofort nach dem Aufrichten des Hobies schwimmenderweise zurück zu seinem Cat. Wenn die resolute Anja jedoch etwas macht, dann macht sie es gründlich. Das Großsegel zeigte einen langen Riss. Allein mit der Fock noch zum sahlenburger Strand zu segeln, scheiterte nach dem Aufrichten von Last Money an der Windrichtung und so trieben die beiden erst auf den Steindamm der Neulandgewinnung zwischen Sahlenburg und Berensch und dann in sie hinein. Dort verschwanden sie auf wunderbare Weise im Grün der Landschaft und wurden nicht mehr gesehen. Legerwall-Strandung nennt man so etwas.

Delf Erik Norden auf seinem Nacra Inter 17 fand das Schauspiel wohl so spannend, dass er es Herrenreiter und Last Money unbedingt nachmachen wollte. Er kenterte –es gibt Leute, die das mehrfach beobachtet haben wollen- zwischen Sahlenburg und Berensch und auch er suchte sich Tarngestrüpp in der dortigen Neulandgewinnung.
Torsten und Tim Marten und Dennis Albrecht eilten von Land aus zu Hilfe. Nach dem Aufrichten des Nacra ist Dennis im Blaumann und mit Gummistiefeln –also extrem zweckmäßig gekleidet- mit Delf nach Sahlenburg zurück gesegelt.

Dann geriet wieder der krampsche Topcat in den Mittelpunkt.
Waren Henrik Peters und Mathias Schrader mit ihrem Tornado anfangs in Richtung Delf geprescht, entschieden sie sich dann jedoch, die Kramps im Auge zu behalten und erste Soforthilfe zu leisten.
Auch der ‘wasserwandelnde‘ Hobie von Carsten H. näherte sich noch dem bereits tief in der Neulandgewinnung treibenden Topcat, um erforderlichenfalls einzugreifen. Carsten segelte dann jedoch nach Sahlenburg zurück, weil er von seinem Boot aus nichts weiter tun konnte und auch vermeiden wollte, selbst trocken zu fallen.

Nach Trockenfall ihres nicht steuerbaren Cats, verliessen Anja und Carsten das Gefährt und machten sich zu Fuß aus der Neulandgewinnung heraus auf den Marsch in Richtung Cat-Platz Sahlenburg. Eine ganze Stunde haben sie dafür gebraucht. Zusammen mit einer Bergungsmannschaft, bestehend aus Roland Albrecht, Torsten und Tim Marten, Rainer Borchert, Roswitha und Georg Dimmel und den inzwischen wieder am Cat-Platz angekommenen vier Seglern Delf, Dennis, Carsten H. und Kathleen Hennecke, kämpften sie sich mit Fahrrad, einem Slipwagen, einem Trailer und zu Fuß durch die Neulandgewinnung zurück zum ‘Wrack‘ der Kramps. Es kostete einige Anstrengungen und viel Schweiß, den Topcat auf den Slipwagen zu zerren und durch das Feuchtgebiet bis zum Trailer zu ziehen, mit dem Mumpitz Albrecht zur Verladung des Cats so dicht wie möglich an die Neulandgewinnung heranfuhr. Mast ‘runter und dann ‘Vier Mann (Diesmal waren es allerdings ein paar mehr) und vier Ecken‘ und schon war das rot-weisse Geschoss verladen.

Und siehe da, plötzlich standen Last Money und Delfs W00t wieder auf ihrem Platz; für jeden weithin sichtbar. Ein wirklich gelungener Zaubertrick.

Erneut hat sich gezeigt, wie sehr Cat-Segler auf dem Wasser, aber auch an Land aufeinander angewiesen sind. Die Aktion am 14.06. war wieder einmal ein Beispiel für gelebte Segelkameradschaft.
Allen an der Bergung Beteiligten, vor allem Mathias dankte Carsten (Kramp) später in einer E-Mail, weil er als Erster zur Stelle war und sofort wusste, was zu tun war. Er hatte somit grossen Anteil an der erfolgreichen Bergung.