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CFC trauert um Eckhardt von Lojewski.
Von Peter H. Schindler.

Am 05.05.2013 verstarb unser Vereinsmitglied und Segelkamerad Eckhardt von Lojewski an einer heimtückischen und unheilbaren Krankheit.
Er wurde nur achtundsechzig Jahre alt.

Kennen gelernt haben wir den lebenslustigen und humorvollen Ecki 2002 anlässlich einer CFC Club-Reise im Club Aldiana auf Djerba.

Zu unserer Vereinsregatta hatten wir auch andere segelnde Gäste des Clubs eingeladen. Begeistert sagte Ecki seine Teilnahme zu. Und dann geschah etwas, mit dem keiner von uns gerechnet hatte: Ecki segelte uns in Grund und Boden und nahm den Wander-Pokal mit nach Hause.
Ein Jahr später trafen wir ihn erneut auf Djerba und auch diesmal ließ er auf der CFC-Regatta keinen an sich vorbei. Wieder holte er sich den Pott.
Das führte bei der Preisverleihung durch unseren damaligen Vereinsvorsitzenden zu der Bemerkung: „Jedes Jahr einen Pokal für Dich. Das wird allmählich zu teuer. Entweder bringst Du Dir im nächsten Jahr Deinen eigenen Pott mit oder Du wirst Mitglied in unserem Verein.“
Ecki überlegte nicht lange. „Ich wollte sowieso schon fragen, ob Ihr einen Aufnahmeantrag dabei habt. Ich glaube, ich passe bestens in Eure total verrückte Truppe.“
Seither war Ecki Mitglied unserer Gemeinschaft.

Danach hat Ecki allerdings niemals wieder eine Cat-Regatta gewonnen; weder auf Djerba, noch bei uns in Sahlenburg oder auf Wangerooge.
Ecki wäre jedoch nicht Ecki gewesen, wenn er aus diesen sportlichen Niederlagen nicht noch einen Lacher herausgeholt hätte. So kenterte er zum Beispiel auf Djerba an einer Wendetonne und deckte diese mit seinem Großsegel zu. Soweit die Regattateilnehmer nicht schon vor Ecki gewendet hatten und auf dem Rückweg waren, jagten sie an Ecki und der unsichtbaren Wende-Tonne vorbei und bedachten den gekenterten Segler übermütig mit Hohn und Spott. Ecki aber grinste nur vielsagend und rief ihnen hinterher: „Gute Reise!“
Erst ein paar hundert Meter weiter merkten die Segler, dass es vor ihnen keine Wende-Tonne mehr gab und dass Ecki sie mal wieder hereingelegt hatte. Als sie ihn wieder passierten, tanzte er auf seinem immer noch gekenterten Cat herum, winkte seinen Freunden zu und konnte sich die Frage nicht verkneifen, ob sie von weit her kämen.

Ein anderes Mal hatte er sich mit einer Vereinskameradin zu einer Cat-Regatta vor Wangerooge verabredet. Sie besaß zwar einen eigenen Catamaran, gehörte aber sicherlich nicht zu den Talentiertesten ihrer Zunft.
Als sie sich hinten an die Pinne setzen wollte, schob Ecki sie sanft nach vorne: „Auf einem Cat begebe ich mich grundsätzlich nicht in die Hände einer Frau.“
‘Das kann ja heiter werden mit den beiden‘, brummte ein anderer Segler, der neben den Beiden stand und sein Boot ebenfalls ins Wasser schieben wollte.
Der Wind blies heftig als der Startschuss fiel. Es war zu erwarten, dass der stets auf Sicherheit bedachte Ecki es vorsichtig angehen lassen würde. Gleich am Start wollte die Vorschoterin jedoch ins Trapez. „Jetzt noch nicht“, ‘pfiff‘ Ecki seine Begleiterin zurück.
Keine dreißig Sekunden später: „Soll ich jetzt ins Trapez?“
„Nein, noch nicht.“
Wieder eine Minute später. „Aber jetzt?“
„Nein, auch jetzt noch nicht.“
Ungeduldig rutschte die Vorschoterin auf dem Trampolin hin und her.
„Ecki, aber jetzt.“
„Nein.“
„Wann dann?“
„Heute gar nicht.“
Als der Cat nach der Regatta ohne Segel wieder am Strand lag, klopfte Ecki seiner Begleiterin freundlich auf die Schulter: „Wenn Du willst, kannst Du jetzt ins Trapez gehen …..“ Typisch Ecki.

Unvergessen bleiben auch die vielen schönen, ‘rotweingetränkten‘ Stunden abends auf dem Cat-Platz am Sahlenburger Strand, in der ‘Lütten Schün‘ oder auf dem Campingplatz 'Achtern Huus' und die Bootstaufe von Eckis Segelyacht ‘Mystère‘ in Molkwerum in Holland; nachzulesen auf dieser Web-Site unter >CFC-Notizen >CFC-Notizen >Erstes Dickschiff unter CFC-Stander.

Zwei Segelsaisons lang hatte Ecki seinen Catamaran bei uns in Sahlenburg liegen. Dann zog er endgültig nach Holland ans Ijsselmeer. Dennoch blieb er uns eng verbunden und kam immer wieder mal nach Cuxhaven. Er nahm an Mitglieder-Versammlungen und unseren traditionellen Grünkohl-Wanderungen teil, boosselte auf einigen CFC-Winter-Treffen mit, versteckte dabei einmal eine der Kugeln und ließ uns eine viertel Stunde lang nach ihr suchen und auch auf den CFC Sommer-Feten fehlte Ecki selten. Seine Fröhlichkeit und sein lautes Lachen wirkten auf alle ansteckend. Niemand nahm ihm seinen Hang zur Unpünktlichkeit übel; aber wenn man ihn brauchte, dann war er da. Und manchmal war er auch froh, dass es uns gab, denn auch Ecki hatte seine Probleme und Höhen und Tiefen.

Ecki hat dem Buchstaben F in unseren Vereinsinitialen CFC Ehre gemacht und den Begriff Freundschaft im Geiste unserer Gemeinschaft gelebt.
Seinem Wunsch entsprechend wird er ein Seemannsbegräbnis bekommen; im dem von ihm so geliebten Segelrevier auf dem Ijsselmeer. Farewell Ecki und ein letztes Mal: Tallihoooo ………