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Wird es noch einmal einen Catamaran-Hochsee-Segeltörn nach Helgoland geben?
Von Michael Münch.


Diese Frage gebe ich an einen der Männer weiter, die 1997 und 1998 für die Planung, Vorbereitung und Organisation des 1. und 2. Catamaran-Hochsee-Segeltörn von Sahlenburg nach Helgoland verantwortlich zeichneten. Hier sein Statement:

Eine gute Frage.
Ich gebe zu bedenken, dass die Durchführung eines solchen Unternehmens extrem arbeits- und zeitaufwendig ist und über Monate vorher geplant werden muss. Das Risiko, einen so aufwendigen Törn dann kurzfristig wegen schlechter oder unstabiler Wetterlage absagen zu müssen, ist groß. Ich erinnere in diesem Zusammenhang daran, dass die zweite, für 1998 geplante Tour nach Helgoland noch eine halbe Stunde vor dem Absegeln abgesagt werden musste, weil das Wetter umschlug. Wir sind dann zwar mit dem Seebäderschiff nach Helgoland gefahren und hatten dort ein tolles, erlebnisreiches Wochenende; aber selbst zu segeln, ist natürlich ganz etwas anderes und ja der eigentliche Sinn der Sache.

Damals waren es siebzehn Catamarane bzw. fünfunddreißig ‘handverlesene‘ Segler, die das Abenteuer Helgoland gewagt haben. Wenn man da draußen auf der Nordsee ist, reicht ein irgendwann einmal absolvierter Cat-Kursus nicht aus und auch Regattaerfahrungen sind nicht unbedingt das, was man da draußen auf der Nordsee braucht. Vielmehr sind handfeste Seemannschaft, Disziplin und Durchhaltevermögen gefragt; Leute, die –wenn es hart auf hart kommt- Tod und Teufel nicht fürchten und in jeder Situation und notfalls auch auf sich allein gestellt, wissen, was sie zu tun haben.
Und damit wird der Kreis der möglichen Teilnehmer aus unserem Verein schon recht klein.

Auch vereinsfremde Segler zuzulassen, wäre nur dann zu verantworten, wenn man deren Segelkenntnisse und praktische Erfahrungen zuverlässig einschätzen kann. Aber wer kann das schon aus der Ferne und wer will das entscheiden? Das ständige „Warum der und nicht ich?“ hat mich jedenfalls schon damals in den neunziger Jahren ziemlich genervt und mir nicht nur Freunde gemacht.

Leute, die mitsegeln wollen, gibt es viele. Da rufen mich laufend welche an. Bisher hat sich aber kein einziger gemeldet, der in der erforderlichen und immens aufwendigen Organisation mitzuarbeiten bereit wäre. Allein möchte ich die Vorbereitungsarbeiten auf keinen Fall noch einmal leisten und ich gebe auch gern zu, dass mir ein Bischen die Motivation fehlt, mich für eine so gewaltige und verantwortungsvolle Aufgabe zur Verfügung zu stellen, da ich aufgrund meines Alters wohl selbst nicht mehr mitsegeln und bestenfalls auf einem unter Motor laufenden Sicherungsschiff das Spektakel mit erleben könnte.

Der Törn 1997 ist übrigens der einzige seiner Art geblieben. Kein Catamaran-Geschwader hat es später noch einmal geschafft, Helgoland zu erreichen. Versucht worden ist es 1998 und dann noch einmal 1999, aber jedes Mal hat das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht und alle Arbeit war umsonst.

Zurück zur Ausgangsfrage:
Einen weiteren Catamaran-Hochsee-Segeltörn nach Helgoland wird es nur geben, wenn sich Leute finden, die die Sache in die Hand nehmen und organisieren. Ich werde mich einer Unterstützung dann nicht verschließen und stelle meine Erfahrung auch gern uneingeschränkt in den Dienst der Sache.

Ich möchte das Vorhaben nicht von vornherein kaputt machen, aber vielleicht wäre es ja auch gut, wenn es bei dem 1. Catamaran-Hochsee-Segeltörn bleiben würde. Aus Erfahrung weiß ich, dass sich eine so gut gelungene Veranstaltung wie 1997/98 kaum wiederholen oder gar toppen lässt.
Die, die damals dabei waren, werden sich ihr Leben lang an ein unvergessliches Abenteuer erinnern können und an eine Segelkameradschaft, wie sie besser nicht sein kann.