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Eini ist tot.

Pit Schindler kannte man eigentlich nur mit seinem Graupapageien Einstein auf der Schulter. Unzertrennlich die Beiden. Wo Peter war, da war auch Einstein.
Seit Ende Juni 2006 sieht man Peter nur noch allein. Wird er darauf angesprochen, wo denn sein Grauer sei -und das geschieht häufig, denn in ganz Cuxhaven kennt man ihn ja nur mit seinem Eini auf der Schulter- erstirbt das für ihn so typische Lächeln. Tränen laufen über die Wangen dieses gestandenen Mannes und er weint.
Eini ist tot.

Am 27.06.2006 saß Einstein wie immer auf Pit's Schulter; brabbelte fröhlich vor sich hin und kniff seinem Meister liebevoll ins Ohrläppchen, was er anschließend schelmisch selbst mit einem lauten "Aua! Aua!" kommentierte.
Unvermittelt und ohne jeden erkennbaren Grund fiel er plötzlich von der Schulter und war wenige Minuten später tot. Pit jagte noch mit seinem Wagen zum nächsten Tierarzt, aber auch er konnte Eini nicht mehr helfen.

Seither fehlt etwas in Sahlenburg.
Kein lautes ‚Hallo', das Eini stets erschallen ließ, wenn Pit die Schranke zum Cat-Platz öffnete. Kein Nachmachen des Quaken der Enten mehr. Kein "Guck mal! Oooooh .......", wenn Pit Eini auf ein schönes Mädchen aufmerksam machte. Und auch das ständige Legen eines Cats wird es nicht mehr geben, wenn Eini an einer Want bis an die Mastspitze hochgegeklettert war. Auf Peter's Schimpfen "Du elendes Mistvieh! Komm da sofort herunter.", reagierte Eini mit einem lauten Lachen; ein dreckiges ‚Ha, Ha, Ha'; so, wie er es bei anderer Gelegenheit von seinem Meister gehört hatte.
Wollte Pit frühstücken, rief er nur "Eini, komm her. Wir wollen Frühstücken." Und dann kam der Vogel mit seinem Seemannsgang herangewatschelt; sich selbst begleitend mit den Worten "Eini kommt. Eini kommt."
Im Café von Meisterbäcker Neuber wurde Eini an den Wochenenden schon erwartet und bekam seine von den Brötchen heruntergefallenen Körnchen und einen Fingerhut voll gelber Brause, die er so sehr liebte; wie er alles liebte, was süß ist. Bekam er seine Körner nicht gleich, spielte er den Beleidigten und machte so lange Unfug, bis er das Gewünschte vorgesetzt bekam.

"Der kleine Kerl ist mir lieber, als mancher Mensch", hatte Peter so manches Mal gesagt und Eini dankte ihm seine Liebe durch seine Anhänglichkeit und ein grenzenloses und unerschütterliches Vertrauen. Er war nur ein Vogel, aber er konnte Pit verstehen; nahm seine Freuden und Nöte wie ein Mensch wahr. Jetzt ist Eini tot.
Und damit endet nach nur zwölf Jahren eine wohl einmalige Freundschaft zwischen einem Mann und einem grauen Vogel, die es wert gewesen wäre, in einem Buch beschrieben oder im Fernsehen gezeigt zu werden.

Eini ist auf dem Campingplatz 'Achtern Huus' unter dem Zwetschgenbaum vor Peter's Wohnwagen begraben. Das ist der Platz, wo Eini zu Hause und glücklich war. In Freiheit und doch in ständiger der Nähe seines Meisters.