CFC-Notizen :: Am Pranger

Keine Umkleide für Segler in Sahlenburg.

Bis 2008 gab es neben der Rettungsstation in Sahlenburg einen Container mit zwei Räumen. Der eine war als Erste-Hilfe-Station eingerichtet, verschlossen und wurde (fast) nie benutzt. Der andere war mit einigen Spinden ausgerüstet, öffentlich zugänglich und diente Wattwanderern wie Seglern als Umkleidekabine.
Dieser Teil des Containers wurde häufig genutzt. Zeigten sich auch viele männliche Segler beim Umkleiden nicht zimperlich, so dass auf dem Cat-Platz so mancher blasser ‘Achtersteven‘ bewundert werden konnte, zogen sich Frauen und vor allem junge Mädchen zum Umziehen überwiegend in den Container zurück. Alles in allem kann man sagen, dass zu Segel- und Wattwanderungszeiten am Container ein ständiges Kommen und Gehen herrschte.

Im Frühjahr 2009 wurde der Container ohne jede Ankündigung und ersatzlos von der Nordseeheilbad Cuxhaven GmbH nicht wieder aufgestellt.

Nachdem sich einige Mitglieder beim CFC-Vorstand über diese Veränderung und die nunmehr fehlende Umkleidemöglichkeit beschwert hatten, wurde der CFC-Vorstand tätig und trug die Angelegenheit bei der Nordseeheilbad Cuxhaven GmbH persönlich vor und erinnerte -als sich nichts tat- fernmündlich mehrfach an das Anliegen. Jeder der Angesprochenen und vermeintlich Zuständigen zeigte Verständnis für den Wunsch der Segler und versprach, sich um die Sache zu kümmern. Es passierte aber trotzdem nichts. Nicht einmal eine Rückmeldung. Schließlich wurde der Kurdirektor angeschrieben, dem die Situation sachlich und ordentlich und nicht nur aus der Sicht der Segler vorgetragen wurde. Wenn schon kein großer, möglicherweise teurer Container, warum schafft man dann nicht –so unser Vorschlag- hinter der Rettungsstation wenigstens ein oder zwei einfache und vollkommen wartungsfreie Kabinen, die unten und oben offen sind, die aber dennoch ein nicht anstößiges Umziehen ermöglichen? So etwas gäbe es ja auch schon in anderen Seebädern.

Die Reaktion auf diese Vorschläge hat uns dann doch verblüfft. Nicht wörtlich, aber sinngemäß: Man möge es der Kurverwaltung überlassen, ob und in welcher Form sie Umkleidemöglichkeiten für Segler und Kurgäste anböte. Mit anderen Worten: Die Sache geht Euch nichts an.
Im kommenden Jahr, also 2010, würde man den Container mit der Strandkorb-Vermietung zweiräumig aufstellen. Den zweiten Raum stelle man den Seglern dann als Umkleidekabine zur Verfügung. Im Übrigen möge der Verein darüber nachdenken, ob er nicht (bis dahin) in eigener Regie eine einfache Umkleidemöglichkeit auf dem Bootsliegeplatz schafft.

Als dieser Bescheid einging, war die Segelsaison 2009 fast um.
Alles in allem hat man länger als ein halbes Jahr gebraucht, um diese Entscheidung zu treffen.

Mit der Zusage des Kurdirektors hätten wir leben können, wenn dann 2010 der angekündigte Zweiraum-Container tatsächlich aufgestellt worden wäre. Zu Saisonbeginn stand aber wieder der einräumige alte Container der Strandkorb-Vermietung an seinem Platz. Auf Rückfrage wurde erklärt, die technische Abteilung habe versehentlich den Container verwechselt.

Der uns zugedachte Container stand dagegen die ganze Saison 2010 über auf der anderen Seite der Sahlenburger Strandes bei den Surfern; mehrere hundert Meter vom Cat-Platz entfernt. Den Fehler noch rechtzeitig zu Saisonbeginn zu beheben, was durchaus möglich gewesen wäre und die Container den gegebenen Zusagen entsprechend und damit seglerfreundlich um zu setzen, darauf ist bei der Kurverwaltung niemand gekommen.

Also schaffte der CFC entsprechend der Aufforderung des Kurdirektors auf eigene Kosten über Nacht eine provisorische Umkleidekabine auf dem Cat-Platz. Wie sich das jedoch mit einer früheren ausdrücklichen Anweisung vertragen sollte, nach der es verboten war, auf dem im Naturschutzgebiet befindlichen Cat-Platz irgendwelche Bauten zu erstellen, bleibt das Geheimnis der Nordseeheilbad Cuxhaven GmbH. Nun, wir Segler hatten eine Freigabe des Kurdirektors in Schriftform und waren damit abgesichert.

Die CFC-Umkleide, die natürlich allen Seglern zur kostenlosen Benutzung zur Verfügung stand, bewährte sich nicht. Obwohl zünftig im Aussehen und an den Schilfbestand am Graben angepasst, wurde sie wenig benutzt. Kritik ließ nicht lange auf sich warten. Primitiv. Klapprig anmutend. Den Cat-Platz verschandelnd. Also wurde beschlossen, die Kabine in diesem Jahr nicht wieder auf zu stellen und stattdessen die Nordseeheilbad Cuxhaven GmbH an den zweiräumigen Container zu erinnern, den man den Seglern ja schon für das vergangenen Jahr versprochen hatte. „Ja, das geht in Ordnung“, hieß es. „Sie können sich darauf verlassen.“

Der Leser wird es erraten:
Mit Saisonbeginn 2011 ist wieder der alte einräumige Container der Strandkorb-Vermietung am Cat-Platz aufgestellt worden.

Auf dem Platz macht sich zunehmend die Meinung breit, dass man den Surfern wegen ihres derzeitigen Trendsportes am anderen Ende des Sahlenburger Strandes alles genehmigt und kostenlos zur Verfügung stellt, während man die weniger auffällig auftretenden Cat-Segler trotz ihres unermüdlichen Engagements im Sinne der Förderung der Attraktivität des Kurbetriebes in Cuxhaven nicht mehr so recht auf dem Programm hat. Dabei sind die Segler doch genau so zahlende Kurgäste wie die Surfer und jeder andere Besucher. Daher meinen sie auch zu Recht, dass sie gastorientiertes Verhalten, Zuverlässigkeit und vor allem erwarten können, dass man sich an gegebene Zusagen hält.