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CFC Sommer-Fahrt an die Schlei.
Von D. Norden.

Freitag, 12.Juli 2013; 11:00. Ungeachtet der gesperrten B 76 sind wir -Anja , Finja, Rainer und ich- mit meinem Nacra F17 am Haken, ohne Vorkommnisse an der Jugendherberge in Borgwedel eingetroffen. Kindheitserinnerungen wurden wach, war ich doch als dreizehnjähriger Stromer mit einer Segel-AG hier das erste Mal mit einem Hobie 16 in Kontakt gekommen und sofort mit dem Kat-Virus infiziert worden. Außer, dass ich mir hundertprozentig sicher war, einen kleinen Strand vorzufinden, hatte sich eigentlich nicht viel verändert. Trotz Renovierung und einem neuen Steg, hat die Jugendherberge noch immer ihren alten Charme. Da gerade kein Einchecken möglich war, haben wir w00t kurzerhand neben Pits Bananenjäger geparkt.
Pit musste unvorhersehbar zu einer Beerdigung nach Frankfurt/Main und hatte seinen Topcat K3 daher schon am Vortag auf dem Gelände abgestellt.

Glücklicherweise wehte es nur mit vielleicht einer Windstärke; ansonsten hätte das erschwerte Aufriggen wegen des von mir in der Garage sicher verstauten und dann vergessen, mitzunehmende Werkzeug zu einem nicht jugendfreien Wutausbruch geführt. Zur Freude meiner dreijährigen Tochter Finja und sicherlich auch zur Freude meiner Frau, wurde kurzerhand ein Bummel in Schleswig unternommen. Anschließend erstand ich ein vierundvierzigteiliges Qualitätswerkzeug im Koffer für € 29,-. Zurück in der Jugendherberge, haben Rainer und ich die beiden Katamarane aufgebaut. Kaum war der Mast von w00t gestellt, bog Michael (Zimdars) um die Ecke. Er hatte keinen Cat, sondern sein Paddelboot dabei und zog schon kurze Zeit später zum Wasser. Freundlich winkend, war er schon bald nicht mehr zu sehen. Ein wenig neidisch schauten wir ihm schon hinterher. Wir genossen noch ein wenig die Sonne und die Ruhe; dann machten wir uns an den Aufbau von Pits Bananenjäger, damit er am nächsten Tag sein Boot nicht auch noch aufbauen musste.

Endlich wurden wir durch den Herbergsvater empfangen. Die Begrüßung hatte sich seit 1992 auch nicht verändert; norddeutsch kühl, aber noch freundlich. Immerhin konnten wir bei ihm für Samstag ein ordentliches Grillen und für den spontan angereisten Alex ein weiteres Zimmer buchen. Ziemlich zeitgleich mit dem Eintreffen von Pit gegen 18oo Uhr, war auch die Kanutour von Michael zu Ende.
Nachdem dieser von traumhaftem Wetter und der malerischen Umgebung berichtet hatte, lud uns Pit zu einem netten Abendessen ein.
Die jetzt noch fehlenden Anja und Carsten Kramp mussten Ihre Tochter bei einer Hobie-Regatta in Kellenhusen abliefern. Sie kamen erst im Laufe des späteren Abends in Borgwedel an; müde und kaputt, aber glücklich und nach langer Irrfahrt in Folge der gesperrten B 76.

Am Samstag ging es nach einem reichhaltigen Frühstück endlich aufs Wasser. Es wehte eine leichte Brise von Bft 2 aus West. Es sollte zum Mittag nach Schleswig gehen. Rainer hatte sich beim Aufbauen der Kats verhoben und fiel somit als Vorschoter aus und Alex entschied sich aufgrund des leichten Windes, meine und die Mitsegelangebote seines Vaters abzulehnen. So machten sich Anja und Karsten Kramp auf ihrem Topcat K2 Last Money, Pit mit seinem K3 und ich mit meinem F17 auf den Weg. Die drei Boote machten lange Schläge durch die Große Breite in Richtung der Stexwiger Enge; und die ist wirklich eng. Da der Wind stetig auffrischte, waren einige Schläge notwendig, um durch die vielen Yachten hindurch die Enge hinter uns zu lassen. Konstruktionsbedingt kann der F17 mehr Höhe laufen als die Topcats und so musste ich in der Kleinen Breite ein wenig warten. Nachdem Anja und Carsten sich durch die Enge manövriert hatten, sah ich Pit abdrehen. Längsseits rief mir Carsten durch den stärker werdenden Wind etwas zu. Bei mir kam in etwa folgender Inhalt an:
"Peter ... Reuse ….. Aal ….. segelt zurück ..... weiter Schleswig .. ..." Also dachte ich mir, Pit hätte einen Aal gefangen und wolle zurück segeln. Wir anderen setzten jedoch unsere Fahrt nach Schleswig fort. Später stellte sich heraus, dass Pit eine Reuse übersehen und sich diese in seiner Ruderanlage verhakt hatte. Um Bruch zu vermeiden, war er langsam zurück gesegelt. Dabei hatte er die Reuse nach vielen Wenden und Halsen und einigem Herumgezerre an der Ruderanlage wieder verloren. Aus Aal zum Grillen wurde also nichts.

Mittlerweile wehte es stabil mit 4 Bft; keine Welle. So war traumhaftes Catsegeln möglich. Langsam hatte ich mich auch an das hohe Verkehrsaufkommen in der kleinen Breite gewöhnt. Viele Segelyachten kreuzten auf oder fuhren uns vor dem Wind entgegen. Mittendrin einige Motorboote, Wasserskiläufer und dann schoss auch noch eine Motte auf ihren Tragflügeln durch die Reihen. Ein herrliches Szenario.
In Schleswig stand eine böige Düse mit kräftigen Drehern. Sicheres Anlegen in diesem unbekannten Revier mit einem motorlosen Kat schien schwer möglich und mir zu risikoreich. Nach einigem Suchen wurde entschieden, den gegenüberliegenden Campingplatz anzulaufen. Dort lagen schon einige Cats und so ‘betraten‘ wir freudig den Strand. Kaum hatten wir die beiden Boote gesichert, erschien der Platzwart. Doch anstelle uns freudig zu begrüßen, verjagte er uns mit den Worten: "Dies ist Privatbesitz, Ihr habt hier nichts zu suchen." Selbst die anwesenden Camper schauten verwundert ob dieser Unfreundlichkeit und wünschten uns beim Ablegen noch einen schönen Tag. Nach kurzer Rücksprache entschieden wir uns, keinen weiteren Versuch zu machen und zur Jugendherberge zurück zu segeln. Also raumschots zurück. In der Kleinen und Großen Breite durfte ich mit dem neunzehn Quadratmeter großen Spi bei etwa vier Windstärken, kaum Welle und viel Sonne traumhaftes Catsegeln erleben.

Zurück in Borgwedel, besorgte Alex ein ‘Einlauf’bier. Es wurden die Erlebnisse des Tages diskutiert und auch sonst manch andere Story erzählt. Anja und Finja waren im nahen Tierpark gewesen und Michael hatte mit seinem Kanu die Schlei östlich bis zur Brücke bei Lindau erkundet.

Um 19:00 Uhr war gemütliches Beisammensein und Grillen angesagt, zu dem auch ein befreundetes Ehepaar von Pit aus Nottfeld.

Am Sonntag entschlossen sich die Kramps und ich, noch einige Schläge auf der Großen Breite zu machen, ehe die Heimreise angetreten werden sollte. An der Jugendherberge war kaum Wind zu spüren. Weiter draußen ließen weiße Schaumkronen jedoch auf einige Windstärken schließen. Im Gegensatz zum Vortag, durfte der arg böige Wind außerhalb der Landabdeckung nicht unterschätzt werden. Eine Böe erwischte mich so unerwartet, dass sich hart auf die Seite legte und ich mir überlegte, ob ich nun springen oder klettern sollte. Ich entschied mich, anzuluven, mich ganz lang zu machen und die Aussicht zu ‘genießen‘. Nach einer gefühlter Ewigkeit war der Catamaran dann im Wind und die Kenterung abgewendet. Nach ‘nur‘ einer Stunde war unter diesen Bedingungen die Luft ‘raus und beide Boote kehrten zur Slipanlage zurück. Anschließend wurden die drei Cats abgebaut und sicher auf den Trailern verzurrt.

Als Fazit kann ich festhalten, dass mir diese erste CFC Sommerreise viel Freude gemacht hat. Vielleicht wird es künftig ja weitere und eventuell sogar Sommer-Reisen über ein verlängertes Wochenende geben.
Vielen Dank an alle Teilnehmer für die gute Stimmung und das durchweg positive Feedback.