CFC-Aktivitäten :: CFC Sommer-Fahrten

Revierwechsel. Oder: Der Kampf eines Cat-Seglers mit Reusen und Netzen.
Von Peter H. Schindler.

Delf hatte die Idee für eine Sommer-Fahrt. Nach Borgwedel an der Schlei sollte es gehen; über ein Wochenende.
Mit großem Engagement organisierten er und Rainer diese erste Sommer-Reise in der Geschichte des CFC.

Für die Unternehmung gemeldet hatten Anja und Carsten (Kramp), Rainer, Anja, Finja, Delf, Michael (Zimdars) und ich.
Da Michael nicht mit (s)einem Catamaran, sondern einem Paddelboot angereist war, nannten wir ihn verstohlen ‘unseren Paddelmann‘. Den Namen hat er jetzt weg.

Unvorhergesehen musste ich am Freitag zur Beerdigung eines alten Freundes nach Frankfurt/Main. Um den Catamaran stressfrei an die Schlei zu bekommen, machte ich mich schon am Dienstag vor der eigentlichen Reise von Cuxhaven aus auf den Weg nach Schleswig-Holstein. Mittwoch und Donnerstag verbrachte ich bei Freunden in Nottfeld und dann stellte ich meinen Cat auf der Fahrt nach Hamburg in Borgwedel an der Jugendherberge ab.
Freitag hieß es für mich um 04:00 Uhr aufstehen, um das erste Flugzeug nach Frankfurt zu bekommen. Nach einem für mich sehr traurigen Vormittag war ich um 16:00 Uhr in Hamburg zurück und fuhr mit dem Wagen direkt nach Borgwedel weiter.
Delf und Rainer hatten meinen Bananenjäger aufgebaut, sodass ich mich mit dem Aufriggen des Cats am Samstag nicht abquälen musste, sondern sofort segeln gehen konnte. Ich sag’s ja immer, in unserem Verein gibt es wirklich nette und hilfsbereite Menschen.

Gemeinsames Abendbrot.
Carsten und Anja (Kramp) fehlten. Sie mussten vorher noch ihre Tochter in Kellenhusen ‘abgeben‘ und irrten dann aufgrund eines behördlichen Schildbürgerstreiches in Form einer gesperrten Bundesstraße und einer idiotischen Ausschilderung von Umleitungen durch die Gegend; bis sie endlich nach 22:00 Uhr abgekämpft vor der Jugendherberge standen.

Sonnabend -pünktlich zum Frühstück- tauchte Alex in der Jugendherberge auf; abgenervt von einer Geschäftsreise nach Spanien, die er erst am späten Vorabend beendet hatte.
Aufbau des Topcats der Krampis und dann ging es ‘rauf aufs Wasser. Michael in seinem ‘Einbein‘-Kanu und wir anderen auf unseren drei ‘Zweibein‘-Cats. Rainer und Alex blieben an Land zurück. Der eine, weil er sich am Vortag beim Aufbau der beiden Cats verhoben hatte; der andere, weil er der Meinung war, dass bei so wenig Wind schon einer zu viel an Bord sein würde. Es hätte nur noch gefehlt, dass er mich aufgefordert hätte, meine Armbanduhr abzulegen, um Gewicht zu sparen.

Vor dem Absegeln hatte man mir gesagt, dass ich auf schwarze Bojen in Ufernähe achten möge. Dort gäbe es Reusen und Netze von Fischern. Also machte ich um die Dinger einen großen Bogen. Eine rote Boje hielt ich jedoch fälschlicherweise für eine Fahrwasserbegrenzung für Segler und Surfer. Aber auch an diesem ‘Seezeichen‘ hing eine Reuse mit einem breit ausgelegten, feinen Netz. Mein Cat kam abrupt zum Stehen. Dann riss sich mein Gefährt los und trieb in der Strömung langsam auf eine Sandbank zu; das Netz und die Reuse hinter sich her schleifend. Ruder legen war nicht mehr möglich. Ich zerrte am Netz und an der Ruderanlage herum. Die Reuse und das Netz wurde ich zwar nicht los, aber ich bekam die Ruderblätter wenigstens wieder einigermaßen frei. Da knallte der Cat aber auch schon auf die Sandbank. Die Strömung zog mich zurück und ich erreichte schimpfend das Fahrwasser der Schlei. Ich war so stinkig und wütend auf mich, dass ich mich entschloss, nicht weiter zu segeln, sondern nach Borgwedel zurück zu kehren. Beim Passieren des mir entgegen kommenden Last Money, zeigte ich Carsten und Anja an, dass ich die Nase voll hätte.
Als ich die Slipanlage der Jugendherberge fast erreicht hatte, machte der Bananenjäger einen plötzlichen Satz nach vorne. Er hatte die Reuse und das Netz endlich ‘verloren‘. Warum so spät und nicht gleich? Alex‘ freches Grinsen und seine blöden Bemerkungen werde ich wohl noch lange Zeit vor Augen und im Ohr haben.

Irgendwann kamen auch die beiden anderen Cats zurück. Alex hatte für reichlich ‘Einlauf’bier gesorgt und der inzwischen wieder aufrecht gehende Rainer spendierte eine Runde Eis. Erholsame und gemütliche Stunden bei unseren Cats und den Trailern an Land. Meine Welt war wieder in Ordnung. Abends eine Grillparty, zu der wir auch meine Freunde Helga und Wolfgang aus Nottfeld eingeladen hatten.
Am nächsten Morgen gingen Delf und die Krampis noch einmal aufs Wasser. Von Land aus waren für jedermann Delfs unfreiwilligen ‘Turn’übungen auf der Schlei zu sehen. Wäre er gekentert, ihm wäre Hohn und Spott gewiss gewesen. Leider hat er uns den Gefallen nicht getan.

Gegen Mittag Abbau der Boote und Abreise.
Auf der Rückfahrt nach Cuxhaven fast eineinhalb Stunden Wartezeit an der Fähre in Glückstadt. Und nicht nur das. Hinter Freiburg/Elbe wurde ich außerhalb einer geschlossenen Ortschaft geblitzt. ‘Na ja, dreißig Euros‘, dachte ich mir ‘und die Sache ist gegessen.‘ Pustekuchen. Doppelter Satz und dazu einen Punkt in Flensburg, weil ich mit Hänger gefahren bin.

Trotzdem:
Es war ein wirklich tolles Wochenende; nur leider mindestens einen Tag zu kurz.