CFC-Aktivitäten :: CFC Segeltörns


CFC Geschwader-Segeln nach Wangerooge.
Von Gerd Striemel

Ursprünglich wollten acht bis zehn Segler mit ihren Catamaranen von Cuxhaven nach Wangerooge segeln. Das machte eine grössere Organisation erforderlich; mit entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen.

Vom MCC Motorboot-Club Cuxhaven e.V. wird den CFC-Seglern ein seegängiges, schnelles Motorboot mit wenig Tiefgang als Geleit- und Sicherheitsschiff zur Verfügung gestellt.
Dem Vereinsvorsitzenden des MCC, Herrn Klemm, vor allem aber dem Skipper Adolf Eichele und seiner Crew sei an dieser Stelle noch einmal für ihren Einsatz herzlich gedankt.

Die Wetterlage bleibt kritisch. Deshalb beschließen die Segler, nicht die über dreißig Meilen lange Strecke über das Wasser von Sahlenburg nach Wangerooge zu segeln, sondern nach Harlesiel zu trailern und von dort die nur kurze Strecke nach Wangerooge per Cat zu bewältigen.

Trotz der Änderung, läuft das Begleitschiff nach Wangerooge aus. Bis 19.oo Uhr wartet man am Freitag, den 15.07.2005 an der Tonne 3 in der Robbenbalje; für den Fall, daß das Wetter doch besser werden und die Cat-Segler segeln und Hilfe brauchen würden. Immerhin wäre für die Cat-Segler des CFC der Starkwind ebenso gefährlich wie eine Flaute. Über dreißig Seemeilen wäre es über offenes Wasser und meist ohne Landsicht, gegangen. Vorbei an Sandbänken mit hoher Brandung und Grundseen. Und was man besonders gefürchtet hatte, wäre eine Flaute auf einem der zwei zu querenden Fahrwasser der Großschiffahrtsstraßen gewesen. So'n Riesenpott von Tanker oder Containerschiff bremst nicht und weicht auch nicht aus. Motorlose und in der Flaute nicht mehr manövrierfähige Sport-Cats sind da 'verlorene Objekte'.

Die CFC-Segler bauen am Freitag Vormittag ihre drei Catamarane in Sahlenburg ab und ziehen ihre Boote auf zwei Trailern nach Harlesiel. Eineinhalb Stunden und das unsportliche Fahren hat ein Ende.

Pit und Martin sind als Erste mit dem Aufbau ihres Topcat K1 fertig. Beim ins Wasser lassen, stellen sie fest, daß der Traveller auf dem Transport Schaden genommen hat. Nicht reparaturfähig. Kein Ersatz greifbar. Ende. Aus. Die Beiden holen enttäuscht das Boot wieder aus dem Wasser, stellen es auf den Trailer zurück und beschließen als‚ Zaun- und Kurgäste' nach Wangerooge zu fahren.

Als Nächsten erwischt es Alex.
In der Einfahrt zum Harlesieler Hafen strandet Axel Munsch mit seinem Hobie Tiger auf der Steinmole. Alex will helfen, kommt der Mole selbst zu nahe und zerschmettert sein Leeschwert. Fünfzehn Zentimeter kürzer und mit einem Loch im Rumpf segelt er weiter nach Wangerooge, besorgt auf die Schnelle ein Quartier und beginnt dann sofort mit der Reparatur seines Bootes. Das beschädigte Schwert wird mit Panzerband geklebt und Alex segelt am nächsten Tag auch die Regatta mit; jedenfalls ein oder zwei Runden lang. Dann gibt er auf.

Die Segler sind längst weg, als Pit und Martin in Harlesiel immer noch am Motorboot des Veranstalters mit dem Gepäck warten. Skipper Jan Gerdes kümmert sich um den verletzten Schotten des havarierten Catamarans und ruft den erforderlichen Rettungswagen. Axel Munsch, ein alter Bekannter, den Pit vom Zwischenahner Meer und von Fehmarn her kennt, versucht, seinen schwer beschädigten Cat zu bergen. Pit und Jan beschließen, ihm zu helfen, während Martin das Gepäck nach Wangerooge begleitet.
Was Jan dann zusammen mit Axel und Pit an 'Bergungsarbeit' leisten, ist Segelkameradschaft im besten Sinne des Wortes. Sie durchschwimmen einen breiten Kanal, um überhaupt an das Boot heran zu kommen, ziehen und zerren es über die Steinmole ins Fahrwasser, hangeln zum Hafenbecken und wuchten dann das schwere vollgelaufene Boot die steile Böschung hoch. Die Großschot als Flaschenzug nutzend, beenden sie erschöpft und schwer atmend ihre Arbeit.
Sie verabschieden sich erst von Axel, als er seinen Cat auf dem Trailer hat.

Eine halbe Stunde später sind Jan und Pit im Yachthafen von Wangerooge. Pit trifft dort Adolf Eichele und seine Crew vom Begleitschiff. Großes Hallo und die Zusage, daß das Begleitschiff am Sonntag auf jeden Fall wieder auf die Cat-Segler warten wird. Nichts geht eben über verläßliche Leute.

Pit wird vom Gepäckkarren in den Ort gefahren und telefoniert sich dann mit Alex zusammen. Man trifft sich vor der Feuerwache. Zu Alex und Pit stoßen Leo und Martin, die alle von Hajo Albrecht in den Personalzimmern seines Hotels untergebracht werden. Nur Ecki zieht es vor, in den Dünen zu zelten.

Die Leute vom Wangerooger Yachtclub e.V. begrüßen die CFC-Segler herzlich; als ob man sie schon hundert Jahre kennt. Pit, der Insulaner der Nordsee immer mal gern als Nachkommen von Piraten und Strandräubern bezeichnet, leistet still Abbitte. Das 'da drüben' auf Wangerooge sind ganz tolle Kerle!

Abends trifft man sich mit den anderen Seglern, klönt noch ein Bischen und geht dann recht früh in die Kojen.
Nach einem paradiesischen Frühstück im Hotel von Hajo Albrecht geht es ab zum Strand. Alex werkelt noch an seinem Nacra Inter17 herum; andere machen ihre Catamarane klar zur Wettfahrt um den Westturm Cup.

Regattabesprechung.
Die Veranstalter wägen ab, ob sie die Wettfahrt starten sollen. Der Wind bläst hart aus West und die Wellen sind hoch und steil. Nach dem ersten Lauf -viele Teilnehmer und auch Alex geben vorzeitig auf; auch Alex- entscheidet man sich dafür, auf die beiden übrigen Wettfahrten zu verzichten. Eine absolut richtige Entscheidung im Sinne der Sicherheit der Teilnehmer.

Geselliges Beisammensein am Nachmittag. Einige bummeln durch den Ort; andere trinken Kaffee oder Tee in den Cafés oder erholen sich auf ihren Zimmern von den Regattastrapazen. Leo, Ecki, Martin und Alex vom CFC verbringen ihre Zeit zusammen und freunden sich mit einigen anderen Cat-Seglern an. Die Stimmung ist gelöst und Ecki entpuppt sich als geborener Entertainer. Damit verbunden beginnt Leos Leidensweg. Was immer sie sagt, Ecki und die anderen haben eine Antwort und nehmen sie auf die Schippe. Selbst der selten unter den CFClern weilende Martin kann sich zeitweise vor Lachen nicht halten und genießt offensichtlich das unbeschwerte Zusammensein mit denen, die sich selbst 'Die Netten' nennen.

Abends große Fete, die auch dazu genutzt wird, über die Rückfahrt nach Cuxhaven zu sprechen.
Martin und Pit bieten sich an, die Trailer von Harlesiel nach Sahlenburg zurück zu bringen, wenn die anderen segeln wollen. Wegen des nicht nachlassenden Windes spricht Pit jedoch noch am späten Abend ein Segelverbot aus.
Enttäuschung bei Ecki und Verärgerung bei Alex. Am Ende schlägt Hajo einen Kompromiß vor. "Laßt doch Eure Cats hier bei uns und kommt nächste Woche wieder. Dann segelt Ihr kommendes Wochenende die Regatta‚ Rund Wangerooge' mit und könnt dann bei besserem Wetter immer noch entscheiden, ob Ihr nach Cuxhaven segelt oder trailert. Der Frieden ist wieder hergestellt.
Am Sonntag Nachmittag bringt Frank, der 'Packesel' von Wangerooge die CFC-Segler auf seinem Motorboot nach Harlesiel zurück. Dann geht es per Auto weiter.

Bevor die fünf CFC-Segler sich trennen, vereinbaren sie, daß sie auch im nächsten Jahr wieder nach Wangerooge fahren wollen; und dann hoffentlich zünftig im Geschwader direkt von Sahlenburg über das Wasser.