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CFC Club-Reise 2004 (08 bis 15.03.2004).
Fuerte Olé.
Von Birgitt M. Schindler.

Noch von der Feier zum sechzigsten Geburtstag von Peter am Vortage angeschlagen, machen wir uns am 08. März 2004 auf den Weg nach Bremen zum Flugplatz. Entgegen allen früheren Erfahrungen, geht alles glatt und stressfrei; die Anfahrt nach Bremen, das Einchecken und der Flug.

Mit von der Partie sind diesmal Alex, Idefix, Oli, Katastrophen-Manni und seine Frau Anne, Micha und seine Freundin Monika, Birgitt, Pit, Günni und Uwe, der wegen seines NAchnamens 'Generalfeldmarschall Kesselring' gerufen wird.
Letzterer hat am Abflugtag Geburtstag und spricht für den Abend großzügig Einladungen aus. Kann er auch guten Gewissens, denn alle haben ‘all in' gebucht. Die Chose kostet Uwe also nichts.

Auf Fuerteventura verzögert sich zunächst die Weiterfahrt mit dem Bus vom Flughafen nach Tarajalejo zum Hotel. Günni und Uwe sind verloren gegangen. Peter sucht den ganzen Flugplatz ab und findet die beiden dann wie zwei kleine Jungen an einer Ecke stehen; auf die CFC-Gruppe wartend, die längst an ihnen vorüber ist.

Der erste Eindruck von Fuerteventura ist nicht berauschend. Steppenartige Flächen und kahle Hügel lassen den Vergleich mit dem wüstenartigen tunesischen Hochland zu.

Das gebuchte Club-Hotel in Tarajalejo scheint auf den ersten Blick manierlich, wenn es auch von Anfang an keinem Vergleich mit dem von den reiseerfahrenen CFC-Mitgliedern so geliebten Club Aldiana Djerba standhält. Die Enttäuschung kommt mit dem Einzug in die Zimmer. Durchgelegene Matratzen, knarrende Bettgestelle, dauertriefende Duschen und nicht ablaufendes Wasser; jeder hat sein Päckchen zu tragen. Das mit Abstand schlechteste Zimmer hat jedoch Pit erwischt. Als er die Tür des Einbauschrankes öffnet, ist die Wand vor Schimmel nicht mehr zu sehen; und als er nach ein paar Tagen nachts etwas später ins Zimmer kommt und Licht anmacht, erschreckt er zwei panisch fliehende Kakerlaken. Auch das Essen ist nicht so, dass man unbedingt etwas gegen das Hungergefühl tun möchte, geschweige denn, sich satt zu essen. Wehmütig denken alle an das große, vielseitige Buffet im Club auf Djerba zurück. Im Tofio wird nur noch das Frühstück eingenommen, wenn man sich nicht gleich auf der Cat-Station über die Kekse hermacht. Am Mittag gibt es dann Obst und noch einmal Kekse und abends geht man in die beiden einzigen kleinen Restaurants im Ort essen. Einfach, aber gut. Im Gegensatz zu unserem Hotel, in dem das Anbringen von Reklamationen automatisch zur Ächtung durch das Personal führt; nachdem unsere bis zum Schluss freundlichen und höflichen Hinweise stets mit barschem Ton abgewiesen werden. Der Begriff 'grottenschlecht' wird im Zusammenhang mit unserem Quartier zum geflügelten Wort und allmählich können wir verstehen, dass sich die meisten Gäste mit Öffnung der Pool-Bar an diese setzen und sie erst abends bei Schließung wieder verlassen. Im Suff ist eben alles leichter zu ertragen. All in; wie gesagt.

Um so netter die Leute von der zwar im Hause untergebrachten, jedoch nicht zum Hotel gehörenden Cat-Company, bei der wir unsere Cats gebucht haben.
Odd, Wim und Gregor versöhnen die CFC-Segler, indem sie sie in jeder Beziehung verwöhnen.
Den ganzen Tag wird auf der Cat-Station herumgealbert und gelacht. Vor allem der aus Holland stammende Wim hat unter Peters beißendem Humor immer wieder zu leiden. Von Strandräubern und Piraten ist da die Rede; von einem Kopf, der einen schönen Holzschuh abgeben würde, wenn man nur lange genug an ihm herumschnitzen würde und von holländischem Käse, der vor allem aus Löchern bestehe und erbärmlich stinken würde. Armer Wim ..........

Die vier vorhandenen Topcats befinden sich in einem erstklassigen Zustand; jedenfalls so lange, bis Alex, Katastrophen-Manni und Idefix auf die Idee kommen, sich sportlich zu betätigen und die Cats zu nutzen. Idefix entwickelt sich zum experimentierfreudigen Kenterkünstler. Er zerreißt nach einigen Tagen das Großsegel. Nicht nur einfach ein kurzer Riß; nein, einmal quer durch (Siehe Foto). Dann bricht Alex eine Pinne ab und weil Katastrophen-Manfred unbedingt seinem Namen Ehre machen will, legt er mit Idefix als Letztes einen Mast auf dem Wasser, so dass Wim sein Schlauchboot klarmachen und sie abschleppen muss.
Wim kommt mit dem Spruch: "Leute, Ihr könnt alles von mir haben, aber verlängert bitte Euren Urlaub nicht ..................." Odd als Stationschef bringt das alles nicht aus der Ruhe. Seine norwegische Mentalität und sein Gleichmut helfen ihm, die CFC-Gruppe zu ertragen.

Seglerisches Highlight ist eine Tages-Segeltour von Tarajalejo nach Gran Tarajal, einige Buchten weiter. Die Cat-Company hat den Ausflug perfekt organisiert. Im touristenfreien Gran Tarajal wartet man in einer Pizzeria an der Strandpromenade auf uns und serviert die größten und besten Pizzen, die die Segler aus Cuxhaven jemals gegessen haben.

Ein kleine Geschichte am Rande:
Wenige Tage vor unserer Ankunft war ein Sturm über Fuerteventura hinweggefegt, wie man ihn noch nie erlebt hatte. Die ganze Station der Cat-Company war zerstört und fast alle Cats stark beschädigt worden. Ein Cat hatte sich sogar auf nimmer Wiedersehen Richtung afrikanisches Festland verabschiedet. Bei diesem Unwetter war auch ein Mast zu Bruch gegangen.

Bei der Cat-Company setzt man nur geteilte Masten ein. Wer bisher von diesen Dingern geschwärmt hat, weiß jetzt, dass nichts über einen ungeteilten Mast geht. Jedenfalls haben sich Wim, Alex und Idefix zu einem vor allem kaffeetrinkenden Reparaturteam zusammengetan. Um zwei verkeilte Mastteile auseinander zu bringen, wird am Mastfuß und an der Mastspitze jeweils eine Großschot angebracht, die wiederum an zwei Eingangssäulen des Club-Hotels Tofio befestigt werden. Durch Dichtziehen der Schoten zieht man dann die Mastteile auseinander. Lächelnd bemerkt Peter mit seiner bösen Zunge: "Ich wollt', der ganze Kasten bräche in sich zusammen." Und jeder weiß natürlich, dass er nur das Hotel gemeint haben kann.

Aber die drei bekommen den Mast wieder hin und der hält dann wenigstens so lange, bis eine Woche später ein weiterer Cat-Segler aus Cuxhaven nach Tarajalejo kommt, der den Mast auf dem Wasser knickt und ihm damit endgültig den Rest gibt.

Es ist trotz des miesen Hotels eine schöne Zeit. Die Sonne scheint jeden Tag warm vom blauen Himmel herunter und die Segler genießen die Club-Reise zusehends.
Oli und Idefix nehmen an einem Tauchkurs teil, um festzustellen, dass es gar nicht so einfach ist, unter Wasser zu bleiben.
Micha, Oli, Idefix und Alex finden auf ihren Excursionen entlang der Küste auch noch eine Bucht mit einer irrsinnigen Brandung. Sie mieten sich Boogieboards und jagen mit den Dingern durch die hohe Brandung an den Strand.
Danielle, die liebenswerte Frau von Odd, zeigt Günni und Birgitt die landschaftlichen schönen Seiten von Fuerteventura, während Oli und Peter einfach aufs Geratewohl losfahren, um sich die Insel näher anzusehen.
Geschlossen gönnt sich die Gruppe dann auch noch einen Ausflug nach Jandia im Süden Fuertes. Ein abschreckendes Beispiel von Bettenburgen, Boutiquen und kleinen Ladengeschäften, in denen man nur das eine Ziel zu haben scheint, den Touristen möglichst schnell und vollständig das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Und natürlich muss erwähnt werden, dass Peter auch auf dieser Reise wieder fast um seine Segelei gekommen wäre. Er bricht sich den rechten Knöchel an.
Wir erinnern uns: Auf allen drei vorangegangenen Club-Reisen war er Opfer irgendwelcher unglücklicher Umstände geworden; sei es, dass er sich im Flugzeug den Rücken verdreht hatte und sich kaum bewegen konnte, sich beim nächsten Mal den Zeh beim Fußballspielen mit einem seiner Enkel gebrochen hatte oder im vergangenen Jahr knapp an einer Lungenentzündung vorbeigeschrammt war. Aber auch dafür hat er (s)einen Spruch: "Urlaub ist, wenn man am Besten keinen macht."

Wieder im winterlichen und regnerischen Bremen zurück, ist das Urteil einhellig:
Ja, sie werden alle noch einmal wieder nach Fuerteventura zu ihren Freunden Odd, Danielle, Wim und Gregor fahren. Aber auf keinen Fall in das Club-Hotel Tofio. Eher schlafen sier alle unter einem Felsvorsprung oder auf einem stechenden Kaktus ................